Brottrunk-Erfinder Willi Kanne aus Lünen ist tot

Brottrunk-Erfinder Wilhelm Kanne aus Lünen ist tot.
Brottrunk-Erfinder Wilhelm Kanne aus Lünen ist tot.
Foto: WR

Lünen.. Eine stadtbekannte Persönlichkeit ist tot: Der Bäckermeister und Erfinder des europaweit bekannten Brottrunks, Wilhelm Kanne sen., ist unerwartet im Alter von 77 Jahren in der Nacht zum Donnerstag gestorben.

Wer ihn kannte, hat erlebt, mit welcher Leidenschaft er seit fast 30 Jahren die positiven Wirkungen seines Brottrunks herausgestellt hat, für die menschliche Gesundheit, für die Aufzucht von Tieren, ja selbst für Gewässer. Mit unzähligen Expertisen von Wissenschaftlern hat er das untermauert.

Doch am Anfang stand das Backen. In die von seinen Großeltern 1904 gegründete Bäckerei an der Derner Straße in Lünen-Süd trat Wilhelm Kanne 1948 ein und baute den Betrieb in den letzten Jahrzehnten immer weiter mit zahlreichen Filialen in der gesamten Region aus.

Großzügiger Förderer des Sports

Wilhelm Kanne war ein großzügiger Förderer des Sports und spendete gern und oft an kulturelle Einrichtungen. Der Bäckermeister pflegte viele Kontakte in der Gesellschaft. Im Herzen war der Unternehmer ein Sozialdemokrat, was er bei vielen Gelegenheiten erwähnte. Er blieb es bis zu seinem Tod.

Wilhelm Kanne konnte aber auch sehr unbequem sein, wenn er von ihm als richtig und wertvoll empfundene Aktionen und Projekte nicht durchsetzen konnte.

Ein herausragendes Beispiel ist das Schiff „Tante Martha“, dessen Verkehr auf der Lippe ihm nicht gestattet wurde. Mit harscher Kritik hat Kanne jahrelang auf die Entscheidungen im Kreishaus und der Bezirksregierung in Arnsberg reagiert. Der Rechtsstreit darüber ist noch nicht beendet.

Bäckerei wird inzwischen vom Sohn geführt

Eine besonders tiefe Freundschaft verband Wilhelm Kanne seit Jahrzehnten mit dem früheren Altlüner Bürgermeister und jetzigen CDU-Ratsvertreter Alfred Meermann, der ihn fast täglich in der Brottrunk-Fabrik in Bork besuchte.

In seiner Bäckerei, die inzwischen von seinem Sohn geführt wird, zeichnete sich der Verstorbene Jahr für Jahr dadurch aus, dass er – die vielen Filialen machten es möglich – zahlreichen jungen Leuten eine Chance zur Ausbildung gab. Nur wenige Betriebe in Lünen stellten bisher jährlich so viele Auszubildende ein.

Die Familie und seine Freunde sind von dem plötzlichen und völlig unerwarteten Tod Wilhelm Kannes tief schockiert. Ein Beisetzungstermin steht noch nicht fest.

 
 

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