Brite beleidigt Deutschen als „Faschisten“

Der britische Europaabgeordnete Godfrey Bloom während der Debatte des Europaparlaments am Mittwoch. Bloom attackierte seinen deutschen Kollegen Martin Schulz als „undemokratischen Faschisten“. Foto: AFP
Der britische Europaabgeordnete Godfrey Bloom während der Debatte des Europaparlaments am Mittwoch. Bloom attackierte seinen deutschen Kollegen Martin Schulz als „undemokratischen Faschisten“. Foto: AFP
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Straßburg.. Skandal im EU-Parlament: Der deutsche SPD-Europabgeordnete Martin Schulz ist am Mittwoch Opfer einer Verbalattacke seines britischen Kollegen Godfrey Bloom geworden. Bloom beschimpfte Schulz als „undemokratischen Faschisten“.

Der deutsche SPD-Europabgeordnete Martin Schulz ist am Mittwoch Opfer einer Verbalattacke seines britischen Kollegen Godfrey Bloom geworden. Bloom sitzt für die EU-skeptische UK Independence Party (Unabhängigkeitsparty, UKIP) im Europäischen Parlament.

Parlamentspräsident reagiert mit Rauswurf

Schulz hatte in einer Debatte mehr Solidarität der EU-Länder bei der Reform des Stabilitätspakts gefordert und dabei die Rolle Großbritanniens kritisiert - eines Landes, das gar nicht zur Euro-Zone gehöre. „Ein Volk, ein Reich, ein Führer!“, rief Bloom daraufhin in den Saal. Nachdem ihn unter anderem Parlamentspräsident Jerzy Buzek zu einer Entschuldigung drängte, legte der Brite nach und beschimpfte Schulz als „undemokratischen Faschisten“. Buzek warf Bloom hinaus.

Zur nächsten Sitzung jedoch war Bloom wieder am Platz. Der Brite ließ sich auch durch einen Mehrheitsbeschluss der Abgeordneten und Drohungen, ihn mit Hilfe von Sicherheitspersonal hinauszubefördern, nicht vom Fleck bewegen. Mitglieder seiner parlamentarischen Fraktion umringten ihn, um einen möglichen Zugriff des Sicherheitspersonals zu verhindern. Während einer Sitzungspause verließ Bloom den Raum schließlich.

Bloom verweigert Entschuldigung

Im Gespräch mit DerWesten verteidigte Bloom seine Äußerungen. „Er [Schulz] will einen europäischen Super-Staat schaffen“, sagte der Abgeordnete und fügte hinzu: „Ich habe mich niemals in meinem Leben entschuldigt, weil ich nie einen Grund hatte.“

Schulz sagte nach dem Vorfall, Bloom habe offenbar „nicht verstanden, was ich gesagt habe“. Er erinnerte zudem daran, dass die euroskeptische Splitterpartei UKIP nur einen „sehr kleinen Teil der britischen Bevölkerung vertritt“. UKIP ist mit elf Sitzen im Europaparlament vertreten und gehört der rechts-konservativen Fraktion „Europa der Freiheit und der Demokratie“ an.

Martin Schulz war schon 2003 Ziel eines Nazi-Vergleichs

Schulz war schon in der Vergangenheit Ziel von Nazi-Vergleichen. Im Juli 2003 bezeichnete der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ihn als Idealbesetzung für die Filmrolle eines KZ-Aufsehers, nachdem der SPD-Politiker die Doppelrolle des Italieners als Regierungschef und Medienunternehmer in scharfer Form kritisiert hatte. (mit afp)

 
 

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