BMW-Großaktionärin Klatten offenbar epresst

München. Die Milliardenerbin aus der Unternehmerfamilie Quandt soll von einem italienisch-schweizerischen Mann mit kompromittierenden Videos unter Druck gesetzt worden sein. Sie habe etwa 7,5 Millionen Euro gezahlt, heißt es in Medienberichten.

Die Milliardenerbin der Unternehmerfamilie Quandt, Susanne Klatten, ist offenbar von italienisch-schweizerischer Kriminellen erpresst worden. Nach übereinstimmenden Berichten der Onlineausgabe der «Süddeutschen Zeitung» vom Samstag und der italienischen Tageszeitung «La Repubblica» soll die BMW-Großaktionärin einem Schweizer etwa 7,5 Millionen Euro gezahlt haben. Der Mann habe sie über Monate mit kompromittierenden Videos erpresst.

Der Münchner Oberstaatsanwalt Anton Winkler bestätigte am Samstag, dass es ein Ermittlungsverfahren gegen den Schweizer Helg S. gebe. Dieser befinde sich seit einigen Monaten in Haft. «Wir geben aber über Inhalte keine Auskünfte», betonte Winkler. Aus dem Umfeld der Quandt-Familie heißt es laut «SZ», man wolle die italienischen Medienberichte nicht kommentieren, man könne sie aber auch nicht dementieren.

Filmaufnahmen von Zusammenkünften

Aus Ermittlungsakten der italienischen Polizei geht den Berichten zufolge hervor, S. habe seine Zusammenkünfte mit Klatten filmen lassen und damit gedroht, das Material der deutschen Presse zu übergeben. Der Mann habe schließlich auch noch eine zweistellige Millionensumme gefordert, woraufhin die 46-Jährige Strafanzeige gegen ihn und seinen italienischen Komplizen Ernano B., den Chef einer Sekte, gestellt habe. Dies habe «eine Person aus dem Umfeld der Quandt-Familie» bestätigt, berichtete die «SZ».

Neben Klatten sollen auch mehrere ihrer Freundinnen erpresst worden sein. Über die Erpressung und Festnahme der beiden Tatverdächtigen hatten italienische Medien schon vor Wochen berichtet, die Namen der betroffenen Frauen waren aber bislang geheim gehalten worden.

Von den erpressten Millionen sollen die Täter laut «La Repubblica» Wohnungen, Gebäude, Grundstücke und Luxusautos erworben haben. Zwei Millionen Euro hätten Ermittler in einem Zwischenraum unter einem Dach gefunden. Mehr als 20 Millionen Euro seien von den Tätern bereits in Sicherheit gebracht worden. Von den kompromittierenden Filmen fehle bislang jeder Spur. (ddp)

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