Berichte über Ausländer wirken auf Deutsche meistens klischeebelastet

Wenn Medien über Ausländer berichten, dann schwingt meistens die Klischee-Keule mit - jedenfalls ist das laut einer Umfrage der Eindruck vieler Menschen.
Wenn Medien über Ausländer berichten, dann schwingt meistens die Klischee-Keule mit - jedenfalls ist das laut einer Umfrage der Eindruck vieler Menschen.
Foto: NRZ
Wenn Zeitungen über Migranten schreiben oder das Fernsehen über Ausländer berichtet, dann wirkt das auf die Zuschauer häufig äußerst klischeebelastet. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage. Die Befragten wünschen sich auch mehr ausländische Moderatoren.

Berlin. Fast jeder Zweite in Deutschland findet die Darstellung von Menschen ausländischer Herkunft in den Medien klischeehaft. Bei einer repräsentativen Forsa-Umfrage zum Thema Integration in den Medien im Auftrag von RTL meinten dies auch 49 Prozent der Befragten, die selbst ausländischer Herkunft sind. 35 Prozent aller Befragten und 39 Prozent aller Menschen mit Migrationshintergrund sind der Ansicht, die Medien vermittelten ein realistisches Bild der in Deutschland lebenden Ausländer, wie RTL am Montag weiter mitteilte.

22 Prozent aller Umfrage-Teilnehmer und 33 Prozent derjenigen ausländischer Herkunft kritisieren die Darstellung als zu negativ. 17 Prozent empfinden diese als zu positiv.

Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) wünschen sich besonders von den Fernsehsendern mehr Informationen über das Thema Integration. 50 Prozent würden darüber gerne häufiger in Zeitungen oder Zeitschriften lesen. 38 beziehungsweise 33 Prozent hätten gerne mehr Beiträge zur Integration im Radio und in Online-Medien.

Vier von zehn Befragten (41 Prozent) fänden es gut, wenn im Fernsehen mehr Schauspieler oder Moderatoren ausländischer Herkunft aufträten. Vor allem die jungen Zuschauer unter 30 Jahren sind dafür, und zwar jeweils 51 Prozent aller Befragten und von denen mit Migrationshintergrund.

Mehr ausländische Moderatoren gewünscht

Eine große Mehrheit von 78 Prozent der Menschen in Deutschland würde gerne mehr Moderatoren ausländischer Herkunft in Nachrichten- und Magazinsendungen sehen. 59 Prozent wünschen sich vor allem mehr Schauspieler ausländischer Herkunft in Fernsehserien oder -filmen, 55 Prozent bei Shows und 47 Prozent bei Comedies.

Der Umfang der Berichterstattung in den Medien über Integration ist nach Ansicht von 40 Prozent der Bundesbürger richtig. 33 Prozent aller Befragten und 37 Prozent derjenigen mit Migrationshintergrund finden allerdings, es werde zu wenig über das Thema berichtet. Fast jeder Vierte (23 Prozent) und von den Menschen mit Migrationshintergrund jeder Fünfte (19 Prozent) meinen, die Medien würden das Thema zu oft aufgreifen.

Vor allem über gelungene Integration soll berichtet werden

Befragt nach den Inhalten, wünschen sich 75 Prozent, dass in den Medien häufiger über Beispiele gelungener Integration berichtet wird. 63 Prozent sähen gerne mehr Beiträge über die kulturellen Hintergründe und 56 Prozent über das Alltagsleben von Menschen ausländischer Herkunft in Deutschland. 54 Prozent fänden es gut, wenn häufiger über Menschen berichtet würde, denen es nicht gelingt, sich hierzulande einzugliedern. 53 Prozent wünschen sich öfter Berichte über die aktuelle politische Diskussion zum Thema Integration und 47 Prozent über die religiösen Hintergründe.

RTL gab die Umfrage anlässlich einer Themenwoche in Auftrag. Die RTL-Nachrichten- und Magazinsendungen gehen derzeit der Frage nach, wie es um die Integration in Deutschland steht. Chefredakteur Peter Kloeppel wollte am Montag in Anwesenheit der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Maria Böhmer, die Preisträger des diesjährigen RTL Com.mit Awards für Integration bekannt geben. Der Medienpreis würdigt Schüler sowie Nachwuchsjournalisten, die sich in Filmbeiträgen mit dem Thema Integration auseinandergesetzt hatten.

Forsa befragte laut RTL 1.003 Menschen am 21. und 22. Juni. (dapd)

 
 

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