Beifall für tolle Künstler

Foto: Jakob Salzmann

Lüdenscheid.  Mit der Pfingstkantate von Johann Sebastian Bach, erstmals am 20. Mai 1714 in der Schlosskapelle von Weimar aufgeführt, tauchte die Heinrich-Schütz-Kantorei am Sonntagabend in der Erlöserkirche jubilierend in die Welt barocker Kirchenmusik ein.

Unter Leitung von Kirchenmusikdirektorin Mary Sherburne gelang der Kantorei, die sich bei ihrem „Festkonzert zur Nacht der offenen Kirchen“ mit hochkarätigen Gästen die Ehre gab, ein großer Wurf. Üppige, prächtige Klangwirkung entfalteten die ausgewählten Werke, die zwei Große des Barock - Bach und Vivaldi - einander gegenüberstellten. Wunderbar harmonierten Chor, Orchester und Solisten. Große Chorwerke, Pfingstkantate und Vivaldis „Gloria“, rahmten ein Solokonzert als neue Gattung der Zeit effektvoll ein.

Ein Konzert für
höchste Ansprüche

Gemeinsam mit dem Chor machten Ulrike Kriegel (Oboe), Petra König-Gurian (Sopran), Claudia Darius (Mezzosopran), Markus Francke (Tenor), Reinhold Felthaus (Bass), Véronique Kämper (Fagott), Johannes Mielke, Lars Heller und Michael Schmidt (Trompete) sowie das Rheinische Kammerorchester Köln das festliche Pfingstkonzert zum erlesenen Hörgenuss.

Tosenden Beifall gab’s in der voll besetzten Kirche für ein Konzert, das höchsten Ansprüchen genügte. Pfingstjubel ließ die Heinrich-Schütz-Kantorei in großer Besetzung in der Bach’schen Pfingstkantate, deren Text Salomon Franck zugeschrieben wird, erklingen.

Ein strahlendes Fanfaren-Motiv, vom Chor jubilierend wiederholt, und fließende Koloraturen der Streicher fingen den Pfingstjubel ein. In polyphoner Erweiterung fand die Idee, dass Gott alle „Seelen zu Tempeln“ bereitet, schönsten Ausdruck.

In den Arien - innig und ausdrucksvoll gesungen - fand Bachs Erfindungsreichtum vielfältigen Widerhall. Trompeten und Basso continuo flankierten die ehrfürchtige Bass-Arie. Sanfte Streicherwogen umschmeichelten die Tenorpartie vom Seelenparadies. Kunstvoll verwoben sich Sopran-, Alt-, Oboen- und Cello-Stimme beim Dialog von Seele und Heiliger Geist zu einem komplexen Geflecht. Ulrike Kriegel brillierte beim Bach-Konzert g-moll für Oboe, Streicher und basso continuo, einer Rekonstruktion des Cembalo-Konzerts BWV 1056 durch Winfried Radeke, als hoch virtuose Solistin.

In drei Sätzen (Moderato - Adagio - Presto) stützte sie die Annahme, dass dem Werk ein verschollenes Konzert für Melodieinstrument zugrunde liegt. Nach italienischem Muster begegneten sich Soloinstrument und Orchester im Allegro (Moderato) im verspielten Dialog. Geschmeidig sang die Oboe im Adagio ihr Lied.

Konsequente Motivarbeit zeichnete schließlich das Presto aus.

 
 

EURE FAVORITEN