Bei der Caritas wurde schlampig kontrolliert

Foto: WR

Unna.  Der Schaden, den der Ex-Caritas-Geschäftsführer Franz-Josef Chrosnik bei seinem ehemaligen Arbeitgeber und dem Kamener Verein „Hoffnung für das Leben“ angerichtet hat, ist weitaus größer als zunächst angenommen. Wirtschaftsprüfer haben ermittelt, dass die Gesamtsumme der illegalen Geldabflüsse sich auf 317 872, 90 Euro beläuft. Caritas-Geschäftsführer Ralf Plogmann und Aufsichtsratschef Michael Löblein räumten schwere Versäumnisse bei der Kontrolle ein. Chrosnik war gleichzeitig Chef der Caritas (rund 70 000 Euro Jahresgehalt) und ehrenamtlicher Vorsitzender des rechtlich selbstständigen Vereins, dessen Sitz Chrosniks Büro war. Der Verein ist Mitglied des Caritasverbandes, so Plogmann.

Chrosnik hatte sich über seinen Anwalt Ende Juni bei der Cariats offenbart. Er habe 250 000 Euro unterschlagen, um damit seine Spielsucht zu finanzieren. Jetzt sind noch mal 67 000 Euro obendrauf gekommen. Angeblich soll er das Geld beim illegalen Internetpoker verzockt haben.

Dabei ist die Caritas selbst „nur“ mit 43 300 Euro direkt betroffen. „Das Geld wurde zwischen 2007 und 2012 in vergleichsweise kleinen Tranchen direkt vom Caritas Konto abgezweigt“, so Plogmann. 274 572,90 Euro seien in den vergangenen beiden Jahren über ein Verrechnungskonto (kein Bankkonto) transferiert worden, das der Caritasverband zur Auslagenregulierung mit dem angeschlossenen Verein „Hoffnung für das Leben“ unterhält.

 
 

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