Bahn stellt Umbaupläne am Dorstener Bahnhof vor

Foto: Hans Blossey
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Insgesamt will die Bahn in die Modernisierung von Strecken zwischen Coesfeld und Gladbeck-Zweckel fast 30 Mio Euro investieren. Für den Umbau am Dorstener Bahnhof braucht es Geduld - dort kann erst 2013 Planungsrecht geschaffen werden.

Dorsten.. Die Umgestaltung der Gleisverbindungen im Dorstener Bahnhof (WAZ berichtete) nimmt Gestalt an. Um letztlich die stadtsteigen Westgleise verlegen zu können, werden zwei neue Bahnsteige gebaut. Bis es so weit ist, müssen Stadt und Fahrgäste sich allerdings noch ein bisschen gedulden. Heinrich Segbers, Leiter der DB Regionalnetz für NRW, sagte am Dienstag im Planungsausschuss, dass frühestens bis Ende 2013 Planungsrecht geschaffen werden kann. Die anschließende Bauzeit wird noch einmal rund anderthalb Jahre dauern.

Insgesamt will die Bahn in die Modernisierung von Strecken zwischen Coesfeld und Gladbeck-Zweckel fast 30 Mio Euro investieren. Technisches Herz der Neuerungen ist die Umrüstung der jetzt noch mechanischen auf elektronisch gesteuerte Leit- und Sicherungstechnik. Die hundert Jahre alten Weichenhebel im Dorstener Stellwerk muss dann niemand mehr von Hand umlegen. Mit im Paket sind eine neue Gleiskreuzung in Reken und ein neuer Haltepunkt in Klein-Reken an der Strecke nach Coesfeld.

Über die Hälfte der Investition – 15,5 Mio Euro – werden allerdings rund um den Dorstener Bahnhof verbaut. Die besondere bahntechnische Herausforderung: Zur vollen Stunde sind derzeit alle vier Gleise in Dorsten belegt. Um die Bahnlinien optimal zu verknüpfen, muss das auch gewährleistet sein, wenn die stadtseitigen Gleise zurück gebaut werden.

"Großzügiger Zugang zur Stadt"

In der Linie des Bahnhofsgebäudes wird darum (etwa dort, wo heute noch eine Baracke steht) ein vollkommen neuer Bahnsteig angelegt. Der vorhandene Zustieg auf der Ostseite am Gebäude wird erhöht und zur Gelsenkirchener Straße hin entsteht ein weiterer neuer Bahnsteig. Auf der Stadtseite verbleibt ein Gleis in Richtung Coesfeld, das aber nicht mehr am Bahnhof vorbei führt, sondern an einem Prellbock endet. Segbers beschwichtigte im Ausschuss, von der dort gezeigten schematischen und nicht maßstäblichen Darstellung der künftigen Gleise dürfe sich der Betrachter nicht täuschen lassen. Mit dem Rückbau entstehe sehr wohl „ein großzügiger Zugang zur Stadt“.

Auf Diskussionen, wie das 130 Jahre alte Bahnhofsgebäude möglichst optimal auf seiner Gleisinsel freigestellt werden kann (etwa um Platz für Außengastronomie zu gewinnen) ließ Segbers sich nicht ein. „Ich muss daran erinnern: Wir tun das alles in erster Linie, weil wir hier Eisenbahnbetrieb machen wollen. Unser Focus liegt auf optimierten Betriebsabläufen. Dass wir hier Geld investieren, weil die Stadt das möchte, kann ich in Berlin niemandem verkaufen.“

Die stadtplanerischen Ziele im Zusammenhang mit dem Bahnhofsumbau zu verwirklichen, wird ohnehin schwierig genug. Tatsächlich eine ebenerdige Verbindung von der Altstadt zum Bahnhof zu schaffen, wird irgendwann Sache der Stadt sein. Und die ist bekanntlich nicht nur auf Zuschüsse, sondern auch auf Bewilligung der oft geringen Eigenanteile angewiesen. Stadtbaurat Holger Lohse: „Und da droht tatsächlich, dass wir die notwendige Anpassung an den öffentlichen Raum nicht leisten können.“

 
 

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