Axträuber muss für acht Jahre ins Gefängnis

Foto: Franz Luthe Symbolbild zum Thema Gericht - Urteilssprechung - Urteilsverkündung - Gesetzbuch - Paragraphen
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Foto: WR/Franz Luthe

Kamen/Hagen.. Acht Jahre Haft und eine Führerscheinsperre verhängte das Hagener Landgericht gestern im Fall von Axträuber Seyit A.

Der 40-Jährige hatte zwei Tankstellen in Kamen und Ahlen ausgeraubt. Danach hatte er sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert, bei der er mehrere Beamte und Unbeteiligte in Lebensgefahr gebracht hatte.

Seyit A. versuchte vergeblich, seine Taten mit krankhafter Spielsucht zu begründen. Noch in seinem letzten Wort beteuerte er gestern Mittag: „Ich wollte das alles nicht machen. Ich habe es nicht extra gemacht.“ Dann bat er – im Sinne seiner Familie - um eine milde Strafe.

Das Urteil fiel, der 40-Jährige zuckte kurz zusammen, während die Frauen seiner Familie in Tränen ausbrachen. Später kommentierte Seyid A. die Worte des Vorsitzenden Richters Dr. Frank Schreiber mit einem Lächeln und einer herablassenden Geste. Schreiber, ansonsten ein Mann der leisen Töne, erhob die Stimme, ließ keine Zweifel daran, wer in diesem Moment das Sagen hatte.

Das kaltblütige Vorgehen in der Tatnacht, das Verhalten vor dem Prozess und im Gerichtssaal, die offensichtlich nur geringe Empathie für seine Opfer, das Abwälzen der Schuld auf alle und alles, die „lapidar ausgesprochene Entschuldigung“ – das alles rückte den 40-jährigen Angeklagten Seyit A. in ein denkbar schlechtes Licht.

Die Kammer wertete seine Taten keinesfalls als minderschwere Fälle. Lediglich das unbestrafte Vorleben und das Geständnis im Hinblick auf eine aber ohnehin eher erdrückende Beweislage sprachen für ihn.

Es dürfte ein „Wiedersehen“ vor der 4. Großen Strafkammer geben. Grund: Seyit A. soll für weitere Überfälle in Kamen und Umgebung verantwortlich sein.

 
 

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