Auch 2011 wird „kräftig in die Hände gespuckt“

Diethelm Textoris
Foto: Diethelm Textoris

Brambauer. „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt“, sangen anreisende Gäste am Samstagabend auf dem Parkplatz vor dem Bürgerhaus in Vorfreude auf den angekündigten Auftritt von „Geier Sturzflug“. Kräftig in die Hände gespuckt hatten vor fast einem Jahr die Initiatoren Jörg Bongartz und Hartmut Sommerfeld, als sie sich mit viel persönlichem Einsatz und großen finanziellen Risiko daran machten, ihren Traum von einer „Brambauer Kultnacht“ in die Realität umzusetzen.

„Ohne Sponsoren wäre das nicht möglich gewesen“, erklärte Jörg Bongartz, „und hätten wir nicht unseren Hauptsponsor Oliver Tober von Rewe mit ins Boot bekommen, hätten wir das Ganze gleich vergessen können.“

Doch der Mut zahlte sich aus. Schon einige Tage vor der Veranstaltung konnte man ein ausverkauftes Haus melden. Was aber eher untertrieben war, denn am Samstagabend war das Bürgerhaus sogar bis zum Bersten gefüllt. Freundliche Helfer des Schützenvereins hatten die Lokalität in eine nostalgische Disko verwandelt, mit Lichterketten und Vinylschallplatten an den Wänden, aufblasbaren farbigen Gitarren als Saaldekoration, und Stehtischen unter Sonnenschirmen. Eine Hommage an die 70/80er Jahre sollte der Abend werden, mit einem musikalischen Querschnitt ohne Tabus.

Und wie damals begann die Partystimmung nicht erst am späten Abend. Kaum hatte Oliver Toben um kurz nach 20 Uhr das Motto: „Feiern, fröhlich sein, Spaß haben“ von der Bühne herab verkündet, da ging die Party auch schon richtig los. Schon bei den ersten von DJ Udo aufgelegten Titeln: „I can stand the rain“, „Super Trouper“ und „Hot Love“ wagten sich Tänzer auf’s Parkett. „High Energy“ ertönte dabei nicht nur aus den Lautsprechern. Bereits um 20.30 Uhr waren 25 Paare auf der Tanzfläche, 46 Frauen und vier Männer.

Kompliment für die Tanzfreudigkeit der Damen und deren Toleranz, ihren Männern im Hintergrund ein ruhiges Bier zu gönnen. Kompliment auch für DJ Udo. Immer mit dem Ohr am Volke verstand er es, über Stunden das Publikum bei Laune und die Tanzfläche voll zu halten. Partykracher folgte auf Partykracher, davon eine Stunde NDW, und das Ganze ohne auf ein billiges Mallorca-Niveau herabzusinken.

Um 22 Uhr gab’s den ersten Live-Auftritt. Der inzwischen über den Lüner Raum bekannten Sänger Michael Ulm sang zuerst seinen Erfolgstitel „Schick mir einen Engel“. Dann machte er mit englischen Liedern weiter, mischte sich bei „Angels“ von Robin Williams unter die Tänzer und präsentierte sich als „Sänger zum Anfassen“. Danach ließ DJ Udo es mit Status Quo, Supermax, und Deep Purple zunehmend rockiger werden.

Mit dem „Einzug der Gladiatoren“ marschierten sie dann ein, die „Erfinder des Bruttosozialprodukts“, Geier Sturzflug. Von der ehemals sechsköpfigen Gruppe sind zwar nur noch Gründer Friedel Geratsch und Carlo von Steinfurt übriggeblieben. Aber die zeigten soviel Bühnenpräsenz, dass man die übrigen kaum vermisste. Sie zündeten eine Rakete nach der anderen, blieben nicht nur bei ihren eigenen Erfolgssongs wie „Besuchen Sie Europa“ oder „Die pure Lust am Leben“. Gnadenlos coverten sie alles, was die Stimmung weiter hoch katapultierte. Vom „Skandal im Sperrbezirk“ über „Carbonara“. bis zum „Whisky in the Jar“. Beim „Goldenen Reiter“ platzten lautstark „99 Luftballons“, die bisher als Dekoration an der Decke hingen. Eigentlich hätte man die Mikrofone abstellen können, denn das Publikum tanzte und sang lauthals mit. Manch einer ließ jetzt sein Bier allein stehen, um näher am Geschehen auf der Bühne und bei seiner Frau zu sein. Das war „die pure Lust am Leben“, live in Brambauer. Klar, das nach dem einstündigen Auftritt der „Geier“ um kurz nach Mitternacht noch lange nicht Schluss war. Schließlich hatte man durch die Umstellung der Uhr eine Stunde geschenkt bekommen. Klar auch, dass nach diesem Erfolg die erste Brambauer Kultnacht nicht die letzte war. Da werden Jörg Bongartz, Hartmut Sommerfeld und Oliver Tober auch im nächsten Jahr wieder kräftig „in die Hände spucken“ müssen.