Asylbewerber soll gedroht haben, sich anzuzünden

Das Asylbewerberheim am Melatenweg in Rees.
Das Asylbewerberheim am Melatenweg in Rees.
Foto: WAZ FotoPool
Die Situation im Asylbewerberheim Rees eskaliert mehr und mehr. Ein Familienvater soll nun gedroht haben, sich mit Benzin zu übergießen und anzuzünden. Zuvor war ein Mitarbeiter des Lebensmittelshops attackiert worden.

Rees. Im Vorfeld einer Info-Veranstaltung der Initiative „Fremde werden Freunde“, die sich für Asylbewerber einsetzt, kam es zu mehreren Ausschreitungen im Asylbewerberheim in der Stadt Rees. Dort gibt es seit Wochen Ärger, einige Bewohner haben mehrfach ihren Unmut über die Unterbringung in den Containern und das dortige Shop-System öffentlich gemacht. Der Shop ist ein Geschäft im Asylbewerberheim, in dem die Bewohner einkaufen können. Ein Gutschein-System gibt es in Rees nicht.

Tumulte am Lebensmittelgeschäft

Der neue Mitarbeiter des Lebensmittelshops hatte in den vergangenen Wochen feststellen müssen, dass mehr Ware aus dem Geschäft verschwunden war, als er an der Kasse eingescannt hatte. Um den Überblick zu behalten, hatte er angeordnet, dass immer nur drei Bewohner in das Geschäft gelassen werden. Daraufhin kam es vor der Eingangstür zu Tumulten, „der Verkäufer wurde vor ein Regal geschmissen und mit Tritten attackiert“, sagt Andreas Mai, Stellvertreter des Bürgermeisters. „Er hat daraufhin bei der Firma gekündigt. Es wurde Anzeige erstattet.“

Als am Dienstag nun die neue Verkäuferin der Lebensmittelfirma den Shop am Melatenweg aufschließen wollte, war der Eingang mit Bauschaum verklebt und mit Zusatzschlössern versehen worden. „Wir mussten zur Öffnung einen Schlüsseldienst beauftragen“, so Mai.

Angedroht, sich mit Benzin zu überschütten

Wenige Stunden vor der Veranstaltung erreichte am Mittwoch ein Schreiben von Birgitt Höhn, Sprecherin der Grünen im Kreis Kleve, die Redaktion. Ein Familienvater soll angedroht haben, sich mit Benzin zu übergießen und anzuzünden, „in der Hoffnung, damit eine positive Veränderung der Lebenssituation für seine Kinder zu erwirken“. Daraufhin war die Polizei informiert worden, die das Ordnungsamt und einen Arzt hinzuzog, der die Unterbringung des Mannes in einem Krankenhaus veranlasste. Das nehmen die Grünen nochmals zum Anlass, dafür zu plädieren, Asylsuchende in festen Wohnungen im Stadtgebiet unterzubringen und ihnen Sachleistungen durch Geldzuwendungen zukommen zu lassen.

 
 

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