Arbeitszeitkonto für EK-Mitarbeiter

Das Evangelische Krankenhaus führt als erste Klinik in NRW für die Mitarbeiter eine Lebensarbeitszeitmodell ein.
Das Evangelische Krankenhaus führt als erste Klinik in NRW für die Mitarbeiter eine Lebensarbeitszeitmodell ein.
Foto: WR

Unna.. Als erste Klinik in Nordrhein-Westfalen geht das Evangelische Krankenhaus neue Wege, um im zunehmenden Wettstreit um qualifiziertes Personal als Arbeitgeber an Attraktivität zu gewinnen. Die EK-Mitarbeiter können ab sofort ein Arbeitszeitkonto anlegen, das mehr Spielraum für die individuelle Lebensplanung ermöglicht.

„Unser Arbeitszeitmodell ‘Familie & Zukunft’ bietet den Vorteil, Freizeit und berufliche Ziele besser miteinander in Einklang zu bringen“, sagt EK-Verwaltungsleiter Peter Goerdeler. In die Planungen eng mit eingebunden war die Mitarbeitervertretung. „Aus meiner Sicht kann kein Kollege in der Krankenpflege bis zum 67. Lebensjahr arbeiten“, sagt Vorsitzender Ulrich Szypior. Die Mitarbeitervertretung habe sich deshalb Gedanken über Lösungsalternativen gemacht „und hier sind wir auf die interessanten Gestaltungsmöglichkeiten von Lebensarbeitszeitmodellen gestoßen“. Die Fragen, die sich gerade Arbeitnehmer stellen würden, laute doch nicht, „wie lange möchte ich arbeiten, sondern wie lange werde ich noch arbeiten können“, ergänzt Vertragspartner Harald Röder vom der Deutschen Beratungsgesellschaft für Zeitwertkonten (DBZWK).

Als Antwort können die EK-Beschäftigten jetzt Jahressonderzahlungen wie das Weihnachtsgeld, variable Vergütungen wie Bonuszahlungen oder reguläre Gehaltsbestandteile in Zeitwerten auf dem Familie & Zukunft-Konto ansparen. Das einbezahlte Geld selbst wird insolvenzgeschützt möglichst gewinnbringend über festverzinste Werte und in Aktienfonds (maximal 20%) angelegt. Ein Guthaben auf das ohne feste Vertragslaufzeit individuell zugegriffen werden kann. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können das Modell für verschiedene Anlässe nutzen“, erklärt Peter Goerdeler, „zum Beispiel um sich eine Freistellungsphase für die Pflege erkrankter Angehöriger zu nehmen, für die Elternzeit oder für eine Auszeit über ein Sabbat-Jahr und natürlich für eine Vorruhestandsregelung“ Eine denkbare Regelung könne den beruflichen Ausstieg bereits mit 65 Jahren bedeuten, „wobei das Gehalt über das Guthaben auf dem Arbeitszeitkonto weiter gezahlt wird und der Mitarbeiter in der späteren Rentenphase keine Abschläge hinzunehmen hat“.

Das EK übernehme gerne eine Vorreiterrolle sagt Stiftungsvorstand Dr. Dietmar Herberhold, „da Arbeitgeber und Arbeitnehmer in gleicher Weise profitieren“.

 
 

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