Anselm Becker ermittelt in Unna

Heinrich Peuckmann stellt seinen neuen Kriminalroman „Heimkehr“ vor, in dem Kommissar Anselm Becker in Unna ermittelt.
Heinrich Peuckmann stellt seinen neuen Kriminalroman „Heimkehr“ vor, in dem Kommissar Anselm Becker in Unna ermittelt.
Foto: Henryk Brock

Unna..  Ein Professor ist spurlos verschwunden, in der alten Heimatstadt Unna, kurz vor einem Vortrag. Jetzt rächen sich frühere Frauengeschichten, glaubt Anselm Becker. Nur widerwillig beginnt der Dortmunder Kommissar mit seinen Routineermittlungen in der Kreisstadt.

Aus dem Trott bricht der Kriminalpolizist aber bald heraus. Der vermisste Soziologieprofessor hatte sich bei seiner universitären Arbeit offenbar gefährliche Feinde gemacht: Er erforschte die regionale Neonazi-Szene.

In diesem Umfeld lässt Heinrich Peuckmann seine Romanfigur Anselm Becker ermitteln. Der Kamener Autor (60) schickt den Kommissar in dessen sechsten Fall bereits zum zweiten Mal nach Unna.

Der Buchtitel „Heimkehr“ lässt auch Rückschlüsse auf Peuckmanns eigene Vergangenheit zu. „Der Professor wird mit seiner Schulzeit in Unna konfrontiert, ich auch“, sagt Peuckmann, der selbst das damalige Aufbaugymnasium besuchte und gemeinsam mit Dieter Pfaff 1968 hier Abitur machte. Im Krimi wird die Verbindung des Professors zum Pestalozzi-Gymnasium thematisiert. „Ich setze auch Günther Heermann ein kleines literarisches Denkmal“, sagt Peuckmann mit Blick auf den ehemaligen, mittlerweile verstorbenen PGU-Direktor.

Peuckmanns Freude am Veröffentlichen ist ungebrochen. Neben der Becker-Reihe, die fast jährlich einen neuen Band hervorbringt, schreibt er Bücher, Hörspiele, Theaterstücke und Aufsätze. Ab Sommer 2011 wird er sich vermutlich noch mehr ums literarische Werk kümmern. Dann lässt sich der am Bergkamener Gymnasium arbeitende Pädagoge pensionieren.

Stolz ist Peuckmann darauf, dass sich allmählich eine Fangemeinde für die Figur Becker entwickelt. Der erste Band „Teufelszeug“ ist inzwischen vergriffen. „Alte Autoren“, zu denen sich Peuckmann zählt, haben offenbar ihr Publikum. Mit „alt“ meint der Kamener jene Schriftsteller, die politische und gesellschaftliche Themen aufgreifen. „Und die nicht nur fragen, ob der Gärtner der Mörder war.“

 
 

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