Angela Merkel lobt auf Zollverein die Knappschaft

Zum 750-jährigen Bestehen der Bundesknappschaft erschien Angela Merkel. (Foto: Joachim Kleine-Büning/ WAZ FotoPoool)
Zum 750-jährigen Bestehen der Bundesknappschaft erschien Angela Merkel. (Foto: Joachim Kleine-Büning/ WAZ FotoPoool)
Foto: WAZ FotoPool

Essen. Die Knappschaft feiert 750. Jubiläum und die Kanzlerin lobt die sozialen Pioniere. Und wie nebenbei verkündete Angela Merkel, eien Senkung des Rentenbeitrags sei „langfristig denkbar“.

Sie ist eindeutig die Begründerin des ersten sozialen Sicherungssystems in Deutschland: Die Knappschaft feierte am Mittwoch mit einem Festakt auf Zollverein ihr 750-jähriges Bestehen – auch wenn die Gemüter über die Korrektheit des Datums streiten. Die Festrede hielt Bundeskanzlerin Angela Merkel. Merkel, die mit einer ganzen Delegation, unter anderem Gesundheitsminister Phillip Rösler, eigens für den Festakt aus Berlin an die Ruhr kam, bescheinigte der Knappschaft Bahn See, wie sie heute heißt, „deutsche Sozialgeschichte geschrieben“ zu haben. Sie habe einst die sozialen Probleme des Wandels von der Agrar- zur Industriegesellschaft gelöst „mit einer Wertebasis, auf der auch die heutigen Sozialversicherungen noch aufgebaut sind und die heute noch gültig ist.“

„Offenbar ist man „über die Jahrhunderte beim Nachdenken über gesellschaftliche Zusammenhänge und Zusammenhalt zu ähnlichen Ergebnissen gekommen“, würdigte Merkel die „sozialen Pfadfinder“, wie die Knappschaft sich selbst gern nennt.

Das unvermeidliche Steigerlied

Fast nebenbei nannte die Kanzlerin dann noch eine Senkung des Rentenbeitrags „langfristig denkbar“. Die Nachhaltigkeitsrücklage sei dank der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt gestiegen. Dies sei aber kein Grund, sich auszuruhen. Damit die Sozialsysteme funktionieren, müsste für so viele Menschen wie möglich Arbeit geschaffen werden.

Bei allem Lob, das die Kanzlerin für das solidarische Verbundsystem des Renten- und Krankenversicherers Knappschaft und dessen Innovationsfreudigkeit fand: Die Erklärung, warum sie die Rente ab 67, die private Ergänzung der beitragsfinanzierten Rente und die individuellen Zusatzbeiträge bei den Krankenkassen für unumgänglich hält (das Wort „alternativlos“ fiel nicht), mochte Merkel sich dennoch nicht verkneifen.

Beim unvermeidlichen Steigerlied als Knappenhymne am Ende des Festakts, das ungewöhnlicherweise von einer Harfe begleitet wurde, erwies sich die Kanzlerin als Kennerin: Sie erhob sich als erste für die Hymne.

 
 

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