Akrobatik auf dünnem Band

Foto: Golomb

Kamen.  Zwei Bäume, ein langes Seil und die Natur: mehr brauchen drei Kamener Hobbysportler nicht für ihren persönlichen Freizeitspaß. Sie folgen der neuen Trendsportart Slacklining.

Sie versuchen das Gleichgewicht auf einem Seil zu halten, fuchteln in manchen Momenten panisch mit den Händen und retten sich zurück in eine standfeste Position. Diese akrobatischen Kunststücke beobachteten Spaziergänger kürzlich am Koppelteich.

Während sich andere bei den ersten sommerlichen Temperaturen aufs Fahrrad schwingen oder sich in ihre Inline Skates zwängen, suchen Christian Reese (18) und die Brüder Philipp (18) und Patrick Eckmann (15) das Extreme. Sie versuchten sich jetzt zum ersten Mal im so genannten Slacklining.

Diese Trendsportart ist dem Seiltanzen ähnlich. Der Sportler balanciert während des Slacklinens auf einem circa 2,5 Zentimeter breiten Schlauchband in 50 Zentimetern Höhe, das an zwei Fixpunkten gespannt wird.

Moderne Nachfolge
für den Seiltanz

Philipp Eckmann und seine Freunde interessieren sich schon seit langem für den neuen Trendsport. Zahlreiche Videos von Slackline-Profis auf diversen Internetportalen bringen die Jungs immer wieder zum Staunen. „Die Profis balancieren über Felsspalten und breite Flüsse”, erzählt Philipp Eckmann begeistert. Das sei doch Nervenkitzel pur.

Jetzt entschieden sich die drei Schüler für den Kauf einer so genannten Slackline. Dabei bemerkten sie, dass der neue Sporttrend ganz schön teuer ist. „In unsere Slackline haben wir 50 Euro investiert, aber es geht noch teurer”, erzählt Christian Reese.

Bei ihrer Suche nach einem geeigneten Platz zum Spannen des Seils wurden die Sportfreunde am Koppelteich fündig. Um die Bäume zu schonen, schützen die Jungs sie sogar vorbildlich mit Schaumstoffmatten.

Die ersten Schritte auf der Slackline sind schwer. „Ich zähle schon gar nicht mehr, wie oft ich runtergefallen bin”, sagt der 18-jährige Philipp Eckmann. Trotzdem steigt der Abiturient immer wieder aufs Seil. Schon nach wenigen Stunden Training in der prallen Sommersonne wirken die drei Schüler recht professionell und wecken die Aufmerksamkeit der Spaziergänger. „Es kommen immer wieder Leute vorbei, die uns ansprechen”, erzählt Patrick Eckmann.

Nach den ersten Stunden Training resümieren die Sportsfreunde den Tag. „Es ist auf jeden Fall besser barfuß auf die Slackline zu steigen”, sagt Christian Reese. Ohne Schuhe habe man ein besseres Gefühl für das Seil. „Man merkt beim Üben, dass man jeden einzelnen Muskel braucht”, ergänzt Philipp Eckmann. Das Balancieren erfordere viel Kraft. Das sehe nur bei den Profis im Internet so leicht aus. Die drei Freunde lachen. Trotz der vielen Anstrengungen geben die Jungs nicht auf. „Wir wollen weiter trainieren bis wir so gut werden, wie unsere Vorbilder”, erklärt Philipp Eckmann voller Ehrgeiz.

 
 

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