Ahmadinedschad sorgt erneut für großen Eklat

Foto: ddp

New York. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat vor der UN-Vollversammlung wieder für einen handfesten Eklat gesorgt: In seiner Rede verglich er die Opfer des 11. Septembers mit den Opfern des Irak-Krieges.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat bei der Eröffnungssitzung der UN-Vollversammlung in New York für einen handfesten Skandal gesorgt. Delegierte der USA und der Europäischen Union, darunter auch deutsche Diplomaten, verließen demonstrativ den Saal, als Ahmadinedschad gegen 15.30 Uhr Ortszeit (21.30 Uhr MESZ) andeutete, Amerika selbst stecke wohl hinter den Attentaten vom 11. September 2001 in New York und Washington. Verschwörungstheoretische Begründung: Israel habe gerettet werden müssen.

Der Iraner sagte nach Angaben von erregten Sitzungsteilnehmern, die vor dem UN-Gebäude ihrem Unmut Luft machten, dass „einige Elemente in der US-Regierung den Angriff orchestriert haben, um die schrumpfende amerikanische Wirtschaft und ihren Griff auf den Nahen Osten ebenso zu retten wie das zionistische Regime in Israel“.

„Abwegig und verletzend“

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP), der morgens zur Eröffnungsrede von US-Präsident Obama selbst im Saal war und später bilaterale Gespräche führte, bezeichnete die Äußerungen im Gespräch mit der Deutschen Presse Agentur als „abwegig und verletzend“. In amerikanischen UN-Kreisen war von „abscheulichen Verschwörungstheorien“ die Rede.

Unter den Delegierten, die bis Mitte nächste Woche der Generaldebatte der UN beiwohnen werden, stieß auch auf Unverständnis, dass der iranische Präsident die etwa 3000 Toten von „Ground Zero“ in Manhattan gegen „Hunderttausende Tote im Irak und in Afghanistan“ in Beziehung setzte. Nicht nur das. Ahmadinedschad warf der westlichen Staatengemeinschaft „unglaubliche Verbrechen“ vor. Über viele Jahre seien andere Länder besetzt und deren Völker unterdrückt und ermordet worden. „Weite Teile der Welt haben unter der westlichen Dominanz gelitten.“

Ahmadinedschad verteidigte zugleich die unverändert heftig kritisierten Nuklearpläne des Iran. „Atomenergie ist sauber und billig und fossilen Energieträgern weit überlegen. Aber die fünf ständigen Mitglieder im Weltsicherheitsrat wollen ein Monopol schaffen, um andere nicht an die Energiequelle zu lassen. Und das, obwohl sie sogar über die Atombombe verfügen, die unmenschlichste aller Waffen.“

 
 

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