Ärger über neue Schadstoff-Werte

Foto: Trianel

Lünen. Beim Erörterungstermin zu wasserrechtlichen Genehmigungen für das Trianel-Kraftwerk wurde vor allem eines klar: Die Positionen der Antragsteller und Einwender bleiben unvereinbar. Da halfen auch geringere Schadstoffwerte, die Trianel ins Gespräch brachte, nicht.

Thema waren am Dienstag im Verdi-Saal des Ringhotels zwei Genehmigungen – eine vom Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung zur Einleitung des Trianel-Abwassers in die Lippe, eine von Trianel zur Übergabe des Abwassers an den SAL. Die Problematiken, die hier zur Sprache kamen, waren bei beiden Anträgen identisch, die Positionen insbesondere der Einwender weitgehend bekannt: Trianel hält die Vorgaben aus eigener Sicht ein, die Gegenseite kritisiert, die Lippe sei in keinem guten Zustand und könnte auch die geringsten zusätzlichen Belastungen, seien es Schadstoffe oder Temperatursteigerungen, nicht mehr vertragen.

Da half auch nicht, dass Trianel ankündigte, sowohl die Menge des eingeleiteten Abwassers von 37 m3/h – wie ursprünglich beantragt – auf 12,5 m3/h zu reduzieren und gleichzeitig die Quecksilber-Einträge in die Lippe massiv zu senken, nämlich auf 200 Gramm pro Jahr. Die Einwender störte massiv, dass sie auf diese Zahlen mangels Unterlagen überhaupt nicht reagieren könnten. Der BUND bezeichnete diese Situation als unzumutbar. Die Trianel-Seite konnte ihrerseits nicht nachvollziehen, nun Kritik dafür einstecken zu müssen, dass sie die bisher beantragten Werte weit unterbieten werde.

Auch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz konnte kaum Einschätzungen zu neuen Zahlen bieten. Für deren Vertreter war aber klar: Mit den ursprünglich beantragten Werten wäre die Genehmigung nicht erteilt worden, weil es zur Verschlechterung des Zustands der Lippe gekommen wäre.

Mit alten Werten
keine Genehmigung

Klar ist auch: Zur Genehmigung stehen die alten Werte an – doch wies die Bezirksregierung Arnsberg darauf hin, dass eine Genehmigung, sollte sie erteilt werden, durchaus andere Werte als die beantragten zur Grundlage haben könne.

Der Null-Toleranz-Position der Umweltverbände erteilte sie eine vorsichtige Absage, insbesondere in der Frage, ob durch die Trianel-Einleitungen die Wasserqualität in der Lippe verschlechtert werde und ob überhaupt zusätzliche Einträge vertretbar seien. Sie wolle strenge Maßstäbe anlegen, aber es müsse auch die Verhältnismäßigkeit beachtet werden. Ferner gebe es für die Behörde die Aufgabe, in der Bewirtschaftung der Lippe für deren Verbesserung zu sorgen – z.B.durch neue Auflagen für andere Kraftwerke.

 
 

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