Änderungen hinter den Kulissen

Neuerungen und Investitionen gibt es auch in diesem Jahr am und im Dorstener Elisabeth-Hospital.    Luftbild: Hans Blossey
Neuerungen und Investitionen gibt es auch in diesem Jahr am und im Dorstener Elisabeth-Hospital. Luftbild: Hans Blossey
Foto: Hans Blossey

Dorsten.. Die weithin sichtbaren Veränderungen und Neuerungen am Elisabeth-Hospital wird es in diesem Jahr nicht geben. Dafür aber viele Neuerungen und Investitionen hinter den Kulissen.

„Der Klinikverbund, zu dem sich die vier Krankenhäuser St. Elisabeth Dorsten, Marienhospital Marl, Sixtus-Hospital Haltern und Gertrudis-Hospital Westerholt vor gut drei Jahren zusammen geschlossen haben, war ein wichtiger Schritt. Wir haben gut zueinander gefunden. Darauf wollen wir aufbauen, uns weiter finden und spezialisieren“, schlagen die Geschäftsführer des Katholischen Klinikums Ruhrgebiet Nord (KKRN), Andreas Hauke und Norbert Fockenberg, die Pflöcke für dieses und die nächsten Jahre ein.

Immerhin hat sich der Krankenhaus-Verbund inzwischen zum viertgrößten Arbeitgeber im Kreis Recklinghausen entwickelt und „braucht die Konkurrenz in der Umgebung nicht zu scheuen“. Im Grunde halten die Häuser bis auf eine psychiatrische und eine neurologische Fachabteilung fast alles vor. „Und dieses Leistungspaket gilt es auszubauen und zu verstärken“, so Hauke.

Jeder hat seine Stärken

Jeder Standort, so betonen die Geschäftsführer, setzt dabei seine eigenen Schwerpunkte, alle zusammen bilden ein großes harmonisches Ganzes. Die Stärke in Dorsten liegt u.a. bei der Unfallchirurgie, die in Marl auf der Inneren Abteilung und der Kardiologie, Westerholt ist stolz auf die Geriatrie, in Marl sind es Urologie, Nephrologie und Dialyse. „Dabei profitieren die Häuser durch die Kooperation voneinander. Die Patienten müssen sich nicht mehr selbst auf die Suche machen“, so Hauke und Fockenberg zu den Vorteilen.

Ein Beispiel: Die neu eingeführten technischen Möglichkeiten lassen regelmäßige Fallbesprechungen per Videokonferenz zu. Die Besonderheiten beispielsweise eines Krebspatienten werden von einem mehrköpfigen Fachärzteteam begutachtet, Therapiekonzepte so breiter abgestimmt.

Drei Chefärzte im Klinikverbund sind Häuser-übergreifend verantwortlich: Prof. Dr. med. Gertrud Haesler für Dorsten und Marl, zudem ab 1. März auch für Herten. In der Unfallchirurgie und der Orthopädie ist Dr. Dirk Schulze Bertelsbeck in Dorsten sowie in Marl im Einsatz, die Frauenheilkunde und die Gynäkologie sind das Spezialgebiet von Dr. med. Peter Tönnies in Dorsten und Haltern. „Da die Chefärzte aber nicht an allen Krankenhäusern gleichzeitig sein können, haben wir den Personalplan aufgestockt und ihnen jeweils einen Oberarzt und einen Assistenzarzt zusätzlich zur Seite gestellt“, so Norbert Fockenberg.

Für dieses Jahr plant der Klinikverbund nun die Zentralisierung der Verwaltungsbereiche. Die Systeme aus Rechnungswesen, Einkauf, Controlling und EDV sollen in Dorsten zusammen laufen. Die Fäden für Personalwesen und die Patientenabrechnung werden in Marl gebündelt. An jedem der vier Standorte ist vor Ort ein kaufmännischer Ansprechpartner präsent.

Der Umbau der Intensivstation in Dorsten soll Mitte des Jahres abgeschlossen sein.

Den medizinischen Fortschritt soll zudem ein so genanntes Intra-Beam-Gerät vorantreiben, das zukünftig bei Brustkrebsoperationen eingesetzt wird und noch während der Operation erste Bestrahlungen ermöglicht. Andreas Hauke: „Das ist allerdings noch nicht bei allen Patientinnen möglich, da gibt es bestimmte medizinische Voraussetzungen.“ Angedacht ist auch der weitere Ausbau der Unfallchirurgie. Und: Die gut 22 Jahre alten OP-Tische in allen vier OP-Sälen werden vermutlich kommenden Monat ausgetauscht. Andreas Hauke: „Das hört sich jetzt nicht so bedeutsam an, da die neuen Tische aber auch für die neuen Operationsmethoden ausgerichtet sind, kommen hier schon einige 100 000 Euro zusammen.“ Zudem haben die Tische einen weiteren Vorteil: Sie können Patienten tragen, die etwas korpulenter sind. Die alten waren für maximal 130 Kilogramm ausgelegt, die neuen für 360 Kilo.

 
 

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