Acht Mutige stellen sich der Halde

1. Panorama-Marathon über die Bergkamener Bergehalden.
1. Panorama-Marathon über die Bergkamener Bergehalden.
Foto: WR

Bergkamen..  Die Sportschuhe machen schmatzende Geräusche auf dem matschigen Pfad. Davon lässt sich Roland Riedel aber nicht beeindrucken. Auch nicht von den feinen Regentröpfchen, die langsam aber sicher seine Jacke und Hose durchnässen. Und erst recht nicht von dem ungemütlichen Herbstwind, der ihm um den Kopf weht. Denn der Oberhausener läuft für sein Leben gerne – bei Wind und Wetter. Deswegen hat er sich auch am Samstag beim zweiten Bergkamener Panorama-Marathon auf der Bergehalde richtig wohl gefühlt.

43 km Strecke verteilt auf 700 Höhenmeter

Die einen besuchen einen Freizeitpark, wenn sie Spaß haben wollen. Andere unternehmen etwas mit Freunden oder gehen in eine Kabarett-Veranstaltung. Eher wenige würden nur so zum Spaß 43 Kilometer laufen. Und dazu noch über 700 Höhenmeter verteilt. Aber genau das haben am Wochenende acht Langlaufbegeisterte wieder einmal auf der Bergkamener Halde gemacht. Die Extremsportler Jörg Gerlach und Frank Bartsch hatten zur zweiten Ausgabe des Panorama-Marathons geladen. Und einige Hartgesottene waren gekommen.

Zu denen zählt auch Roland Riedel. Er hat gerade im September den Deutschlandmarathon von Rügen bis in den südwestlichsten Zipfel von Baden-Württemberg hinter sich. 1200 Kilometer in 17 Tagen hat er unverletzt zurückgelegt und ist sogar als sechster von 30 Teilnehmern ins Ziel eingelaufen. „Danach habe ich es etwas ruhiger angehen lassen, aber irgendwann kribbelt es wieder in den Beinen“, erklärt Riedel schmunzelnd. Als Wettkampf sieht er den Bergkamener Marathon aber nicht. Genauso wie die anderen Starter. „Das ist just for fun. Ich laufe nicht auf Tempo.“

Auch wenn bei allen Teilnehmern der Spaß im Vordergrund steht. Das Panorama-Gefühl rückt bei diesem Lauf etwas in den Hintergrund. Die Landschaft um die Halde liegt nämlich unter einem diesigen Regenschleier versteckt. Dabei haben die Organisatoren Start und Ziel dieses Mal sogar ganz oben auf der Haldenspitze angelegt. Und dort ist auch die Verpflegungsstation eingerichtet. Auf 150 Meter warten kühle Erfrischungsgetränke auf die Läufer. Aber aufgrund der herbstlichen Frische auch Gemüsebrühe und heiße Zitrone. Dieser hohe Punkt bedeutet natürlich für die Strecke viel Steigung beziehungsweise Gefälle.

Aber daran ist Klaus Neumeister gewöhnt. Er ist aus Gladenbach in Hessen gekommen. Dort hat er den Westerwald als Trainingsgelände.70 Kilometer legt er in einer Woche zurück. Und das schon seit 1982. Denn seitdem läuft er Marathons. Dass er in Bergkamen an den Start geht, hat einen bestimmten Grund: „Ich suche nicht wie eigentlich die Mehrheit diese großen Stadtmarathons, sondern das Besondere.“ Da ist er auf der Halde an der richtigen Adresse. „Das ist dann jetzt mein 167. Marathon.“

Der wievielte Marathon es für Peer Schmidt-Soltau ist, das weiß der Läufer aus Mettmann hingegen nicht genau. Was er allerdings genau weiß ist, dass er ein Wiederholungstäter ist. Schon beim ersten Bergkamener Panorama-Lauf ging er an den Start. Aber auch sonst nimmt er jeden Langstreckenlauf mit, der sich ihm bietet. Ob er beim dritten Panorama-Marathon auch wieder dabei ist?

„Bestimmt.“ Den soll es laut Frank Bartsch im nächsten Jahr wieder geben.

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