Acht Engel für das Kamener Kreuz

Kamener Kreuz
Kamener Kreuz
Foto: Hans Blossey

Kamen.. Haar genau schneidet die riesige Maschine Umrisse eines Engels in eine rund 1200 Kilogramm schwere, zwei Zentimeter dicke und sechs mal zwei Meter große Stahlplatte. Nach rund einer Stunde ist ein 4,5 Meter großer Engel entstanden. Sieben weitere werden folgen – denn das Kamener Kreuz soll ein neues Wahrzeichen bekommen.

Autofahrer werden ab dem 9. September auf dem nordwestlichen Hügel des Kreuzes acht Engel bewundern können, die einen gelben Hubschrauber tragen. Übersehen wird das Kunstwerk wohl niemand, denn mit einer Höhe von 7,5 Metern wird es das höchste an einer Autobahn in dieser Region sein.

„Gelber Engel“ lautet der Titel der Skulptur und verrät damit auch direkt den ADAC als Initiator und Sponsor des Projekts. Der ADAC bemüht sich gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen darum, die Straßen sicherer zu gestalten. Die Skulptur soll dazu beitragen: „Ein Grund für Unfälle kann durchaus die Monotonie auf einer Strecke sein. Untersuchungen belegen, dass attraktiv gestaltete Straßen mit begrenzten optischen Impulsen die Aufmerksamkeit der Fahrer erhöhen“, sagte Michael Heinze vom NRW-Verkehrsministerium.

Damit die Skulptur aber auch gestalterisch ein Hingucker wird, wandte sich der ADAC an den Lüdinghauser Künstler Alfred Gockel, der sich als Maler, Bildhauer und Druckgrafiker, besonders in den USA, einen Namen gemacht hat. Der „Gelbe Engel“ war für den Künstler eine besondere Aufgabe: „Künstler arbeiten gerne frei.

Bei diesem Projekt aber gab man mir einen gelben Hubschrauber und ich musste sehen, was ich daraus mache“, sagte Gockel. Neben dem optischen Aspekt musste der Künstler auch den statischen betrachten, denn der ausrangierte Hubschrauber, wiegt alleine bereits rund 1,8 Tonnen, obwohl er im Innenraum komplett entkernt wurde.

Das Gesamtkunstwerk wird später ein Gewicht von fünf bis sechs Tonnen haben. „Außerdem muss die Skulptur innerhalb von zehn Sekunden erfasst werden können, da sie im Vorbeifahren betrachtet wird“, sagte Alfred Gockel.

Skulptur kann nicht zu Fuß erreicht werden

Zu Fuß lässt sich das Kunstwerk nicht erreichen, da es sich mitten im Autobahnkreuz befindet. „Damit die Leute trotzdem Informationen zum Kunstwerk erhalten, kann mit neuen Medien gearbeitet werden. Beispielsweise könnten Navigationssysteme beim vorbeifahren Informationen zur Skulptur geben“, sagte Gockel.

Dann könnte erklärt werden, dass die acht Engel symbolisch für die Hilfeleistung des ADAC und das Teamwork stehen. „Die Skulptur vermittelt ein bewegtes Bild. Die Engel heben den Hubschrauber in die Luft und leiten ihn auf seinem Weg“, so der Künstler. Gefertigt wurden die acht Stahlriesen gestern in einer modernen Laseranlage der Metall Design Manufaktur Polenz in Lüdinghausen. „Wir fertigen die Engel aus speziellem Stahl, der rund ein halbes Jahr lang rostet“, sagt Firmenchef Jürgen Polenz.

Danach stoppt dieser Prozess und der Stahl hat seine Besondere Rost-Färbung bekommen. „Wir haben uns für Stahl entschieden, da das Material symbolisch für den Bergbau und Stahlbau im Ruhrgebiet steht“, erklärt Alfred Gockel.

 
 

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