Abzocke im Netz nimmt kein Ende

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Schwerte.. Nach dem Surfen im Internet gab’s ein böses Erwachen: Wochen später flatterte eine saftige Rechnung für ein angeblich abgeschlossenes Abo ins Haus. Oder: Trotz Flatrate entpuppte sich das neue Smart-Phone als richtig teure Kostenfalle. Solchen Ärger mit Internet- und Telefonanbietern, aber auch ungebetene Telefonwerbung und dubiose Gewinnspiele machten das Gros der Probleme aus, mit denen Bürger bei Angelika Weischer in der Verbraucherzentrale am Westwall um Hilfe baten.

Die Zahlen, die die Leiterin der Beratungsstelle bei der ersten Jahresbilanz am Dienstag vorlegte, sprechen eine deutliche Sprache: Für 10 290 Ratsuchende war die Beratungsstelle am Westwall seit Februar 2010 „eine gefragte Anlaufstelle bei Verbraucherproblemen“. „Das sind durchschnittlich 50 Kontakte am Tag: persönlich, per Telefon oder per E-Mail“, berichtete Angelika Weischer. Vor allem im Bereich Internet und Telekommunikation sei die Beratung in letzter Zeit sehr intensiv. „Der Wechsel des Anbieters ist häufig schwierig“, bringt sie ein Dauerthema bei der Beratung auf den Punkt. Meist könne sie den Ratsuchenden schnell helfen, denn für die Verbraucherschützer gebe es bei vielen Telekommunikationsunternehmen direkte Ansprechpartner. Stark nachgefragt haben die Bürger auch die Rechtsberatung (880 Fälle) und Rechtsvertretung (411) durch Honorarrechtsanwälte der Verbraucherzentrale.

Dass die Aufklärung durch die Verbraucherzentrale die Wachsamkeit der Bürger erhöht, daran hegt Angelika Weischer keine Zweifel. Als beispielsweise eine Drückerkolonne in der Ruhrstadt ihr Unwesen trieb, gab eine Bürgerin dies an die Beratungsstelle weiter, die umgehend öffentlich vor der Abzocke warnte. Über mangelnde Arbeit können sie und ihre Kollegin Angret Westermann sich auch zukünftig nicht beschweren, gibt Weischer einen Ausblick auf Schwerpunkte in 2011: „Die Verbraucherprobleme in der digitalen Welt werden uns weiterhin verfolgen, denn die Anbieter lassen sich immer wieder etwas neues einfallen.“

Ausgehend von erheblich angestiegenen Anfragen zum Urheberrecht, wird das Beratungsangebot entsprechend erweitert. Dabei geht es um meist unbewusst, aber dennoch illegal aus dem Internet heruntergeladene Lieder. Ärger mit dem Rechteinhaber ist vorprogrammiert, rät Weilscher, in diesem Fall rasch zu reagieren und sich an die Beratungsstelle zu wenden. Die Praxistauglichkeit der neuen Kontopfändungsregeln steht ebenso auf der Agenda für 2011 wie die weiterhin umfangreiche Beratung zum komplexen Bereich Energiemarkt. Verträge, Wechsel des Anbieters und Einsparpotenziale sind bei der Energieberatung ein Dauerthema.

„Die Verbraucherberatung ist ihr Geld wert, das sind gut angelegte 46 000 Euro für die Schwerter Bürger“, betonte Bürgermeister Böckelühr, der auch zukünftig auf ein gutes Zusammenwirken setzt.

 
 

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