Abschiedsfest für Zeche Monopol in Bergkamen

Abbrucharbeiten auf Monopol nach Aufgabe des Förderstandorts
Abbrucharbeiten auf Monopol nach Aufgabe des Förderstandorts
Foto: WR
Eine Ära geht zu Ende. Im Januar 1998 rückte die Abrissbirne am Schacht „Monopol“ in Bergkamen an. Manchem Kumpel wurde es eng ums Herz, als er die Abbrucharbeiten auf dem Gelände seiner Schachtanlage beobachtete.

Bergkamen.. So manchem Bergkamener Bergmann, der ehemals zur Monopol-Stammbelegschaft gehörte, wurde es recht eng ums Herz, als er im Januar 1998 die Abbrucharbeiten auf dem Gelände „seiner“ Schachtanlage beobachtete.

Stück für Stück wurde zu diesem Zeitpunkt der Förderturm Grimberg I demontiert. Grimberg II wurde 12 Jahre später mit dem endgültigen Aus des Bergwerks Ost unter Denkmalschutz gestellt. Bis dahin fuhren dort die Mannschaften ein, die im Abbaubereich „Monopol“ vor allem unter Overberge Kohle förderten.

Gebraucht wurde auch der preisgekrönte Förderturm in Langern 7 des ehemaligen Bergwerks Haus Aden/Monopol, auch wenn inzwischen der Abbau im Nordfeld unter Cappenberg aufgegeben wurde. Er sollte in Einzelteile zerlegt mit den fast neuwertigen Maschinen zum Schacht Lerche in Sandbochum umgesiedelt werden. Hierbei handelte es sich um einen Wetterschacht, der nach den Plänen für das neue Bergwerk Ost für die Seilfahrt tiefer geteuft wurde.

Auf die Bergkamener Bergleute kamen allerdings kaum verlängerte Anfahrtswege zu ihrem neuen Arbeitsplatz zu. Sie mussten nach dem Abschluss des technischen Verbunds der beiden letzten Schachtanlagen im östlichen Revier zu Heinrich Robert nach Hamm-Herringen fahren. Sie zogen sich dort um. Danach ging es mit dem Bus zum Seilfahrtsschacht Lerche.

Gerade beim Thema „Busfahrten“ hatte es schon früher in der Haus Aden/Monopol-Belegschaft eine Menge Verdruss gegeben, jedenfalls bei den Bergleuten, die sich in der Kaue von Haus Aden umziehen und auf Monopol einfahren mussten. Organisatorische Probleme hatten unter anderem dazu geführt, dass sich auf diesen Fahrten zwischen Oberaden und Bergkamen-Mitte bis zu 200 Kumpel in einem Bus quetschen mussten.

Mit einem großen Schacht-Fest unter dem Motto „Glückauf Ruhr-Ost“ verabschiedete sich am 28. März 1998 das Bergwerk Haus Aden/Monopol aus der Zechenlandschaft des Ruhrgebiets. Der Zusammenschluss mit Heinrich Robert wurde am 1. April 1998 offiziell vollzogen.

Der Schirmherr des Festes, der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Klaus Matthiesen, zeigte sich in seiner Rede überzeugt: Die eindrucksvollen Aktionen der Bergleute vom März 1997 und das zusammen mit der Bevölkerung, Wirtschaft, den Kirchen, den politischen Instanzen in Kommunen und Land geknüpfte „Band der Solidarität“ hätten ihre Wirkung nicht verfehlt. Wörtlich sagte Matthiesen: „Ohne diese Aktionen und ohne diese breite Solidarität gäbe es heute kein neues Verbundbergwerk, wären viele Tausend Bergbauarbeitsplätze zusätzlich verloren gegangen.“ Der der Bundesregierung am 13. März 1997 abgetrotzte Kohlekompromiss habe zwar tiefe und schmerzhafte Einschnitte mit sich gebracht, letztlich aber zu dem Ergebnis geführt, dass das östliche Revier weiter Förderstandort bleibe. Matthiesen: „Natürlich ist es traurig, dass Haus Aden/Monopol seine Selbstständigkeit verliert - und dennoch: Mit dem Bergwerk Ruhr-Ost entsteht eine Schachtanlage mit ausgezeichneten wirtschaftlichen Chancen und besten Zukunftsaussichten.“

Verbundbergwerks-Direktor Lothar Scheidat machte in seiner Rede deutlich, „dass der Verbund mit Heinrich-Robert nicht unser Wunsch, sondern die notwendige Schlussfolgerung aus den von Bonn gekürzten Kohlesubventionen“ gewesen sei. Die untertägige Verbindung zwischen der Bergkamener und der Hammer Zeche werde im Jahre 2000 hergestellt sein - dann werde auch die Kohleförderung auf Haus Aden/Monopol zu Ende gehen. Scheidat: „Wenn Steinkohle auch künftig politisch gewollt ist, dann entsteht hier ein Verbundbergwerk, das lange leistungsfähig und wirtschaftlich sein kann.“

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