Abitur an 14 NRW-Schulen wieder nach neun Jahren möglich

Schulministerin Sylvia Löhrmann hat den Schulversuch umgesetzt.                           Foto: Jakob Studnar
Schulministerin Sylvia Löhrmann hat den Schulversuch umgesetzt. Foto: Jakob Studnar
Die öffentliche Kritik am Abitur nach acht Jahren (G8) hat Wirkung gezeigt. An 14 Gymnasien in NRW dürfen die Schüler ihr Abitur auch nach neun Jahren bauen.

Düsseldorf. An 14 Schulen in NRW dürfen sich die Abiturienten wieder mehr Zeit lassen. Alle 14 Anträge von Gymnasien auf Teilnahme am Schulversuch „Abitur an Gymnasien nach 12 oder 13 Jahren“ wurden vom Land genehmigt, wie Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) am Montag in Düsseldorf mitteilte.

„Es ist geplant, alle an diesem Schulversuch beteiligten Gymnasien zu vernetzen, um einen Austausch untereinander zu fördern und offene Fragen aus ihren Reihen beantworten zu können“, sagte die Ministerin. Die vorgelegten pädagogischen Konzepte der Schulen zeigten, dass die Verlängerung der Schulzeit und die zusätzlich gewährten Ergänzungsstunden vielfach genutzt werden sollen.

Wegen der heftigen Kritik von Eltern und Schülern an der verkürzten Schulzeit an Gymnasien von acht Jahren (G8) will die rot-grüne Landesregierung den Schulen über diesen Schulversuch wieder die Möglichkeit geben, die Zeit bis zum Abitur um ein Jahr zu verlängern (G9). Der Schulversuch soll im Schuljahr 2011/12 beginnen und hat eine Laufzeit bis zum Schuljahr 2023/24. Insgesamt dauert die Schulzeit mit dem kürzeren Abitur zwölf Jahre, mit dem neuen Modellversuch sind es 13 Jahre. Vier Jahre dauert die Grundschule, danach schließen sich acht oder neun Jahre am Gymnasium an.

600 Gymnasien bleiben bei alter Regelung

Für rund 600 Gymnasien in Nordrhein-Westfalen bleibt es damit bei der vor sechs Jahren eingeführten verkürzten Abiturzeit. Löhrmann will die Abläufe für die schnellere Variante der Schullaufbahn bis zur Reifeprüfung jedoch optimieren. Die Schüler sollen weniger Lernstress haben.

Laut einer Umfrage der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aus dem vergangenen Jahr halten über 80 Prozent der Eltern ihre Kinder an den Gymnasien für überlastet. 70 Prozent der Befragten verlangten wieder eine längere Schulzeit an den Gymnasien. Dennoch meldeten sich nur wenige Schulen für den Modellversuch an. Offenbar fürchten Schulträger und Eltern eine erneute Umstellung schon aus organisatorischen Gründen.

1. Amos Comenius Schule Aachen
2. Städtisches Gymnasium Beverungen
3. Carolinenschule Bochum
4. Städtisches Petrus-Legge-Gymnasium, Brakel
5. Gymnasium Borbeck, Essen
6. Schalker Gymnasium, Gelsenkirchen
7. Privatschulgymnasium Seilersee, Iserlohn
8. Städtisches Gymnasium Löhne
9. Geschwister-Scholl-Gymnasium, Münster
10. Peter-Paul-Rubens-Gymnasium, Siegen
11. Collegium Augustianum Gaesdonck, Goch

An folgenden Gymnasien wird sowohl ein achtjähriger als auch ein neunjähriger Bildungsgang angeboten:

12. Gymnasium Lohmar
13. Antoniuskolleg, Neunkirchen-Seelscheid
14. Gymnasium Petrinum, Dorsten. (mit dapd)

 
 

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