Abifeier – saubere Vorstellung

Diethelm Textoris
Foto: WR

Lünen/Werne. „. Kein Berufskolleg im weiten Umkreis entlässt so viele Abiturienten wie das Lippe Berufskolleg Lünen.“

Oberstudiendirektor Arno Franke war der Stolz anzumerken, als er am Samstagnachmittag 39 jungen Leuten aus dem Bereich Erziehung und Soziales und 43 aus dem Bereich Wirtschaft im Werner Kolpinghaus das Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife überreichen konnte.

Doch es sind nicht nur quantitative Erfolge, auf die der Leiter der mit über 2 300 Schülern und Auszubildenden größten Lüner Schule verweisen kann: „Wir genießen einen ausgezeichneten Ruf. Seien Sie stolz darauf, dass Sie ein fachlich überall anerkanntes Abitur erworben haben.“

Das Kolpinghaus Werne, das wegen der Umbauarbeiten im Hilpert-Theater in diesem Jahr den Schülern aus Lünen Asyl gewähren musste, schien mit über 400 Besuchern aus den Nähten zu platzen. Dicht gedrängt saßen die frischgebackenen Abiturienten neben ihren Eltern, Großeltern, Freunden und Lehrern.

Die Festlichkeiten begannen eher unkonventionell mit einer schnoddrig-spaßigen Einleitung der Schülerin Franziska Nordhoff, die mit viel „Mann, was bin ich nervös“ leicht kabarettistisch vorgetragen wurde. Souverän präsentierten sich die beiden Moderatorinnen Verena Beesten und Verena Schulz. Sicher führten sie durch den Abend und hielten dabei alle Fäden in der Hand.

Die im Mittelpunkt stehenden Reden wurden zur Freude der Anwesenden kurzweilig vorgetragen. Oberstufenkoordinatorin Rita Vonnahme verglich aus aktuellem Anlass die drei Jahre Kampf ums Abitur mit einer Fußballmeisterschaft und fand erstaunliche Parallelen heraus. Schülersprecherin Ann-Sophie Rieping betonte das gute Verhältnis zu Schulleitung und Lehrerschaft. Der stellvertretende Landrat und Schulausschussvorsitzende des Kreises Unna, Martin Wiggermann, konnte in Bezug auf den Abschluss mit einer Weisheit aufwarten: „Reife zeigt sich erst dann, wenn man etwas tut, obwohl Lehrer und Eltern einem dazu geraten haben.“ Und bildlich gesprochen fügte er hinzu: „Setzen Sie Ihre Segel in Richtung berufliche Zukunft. Nutzen Sie den Rückenwind, aber drehen Sie das Fähnchen nicht nach jedem Winde.“

Weiter aufgelockert wurde das Programm mit einer selbstverfassten „Ode an die Mathematik“ in einem stimmlich perfekt aufeinander abgestimmten Duett von Mathe-Lehrerin Annette Artmann und der Schülerin Verena Schulz. Der Musikkurs von Michael Link trat als Putzkolonne auf, die mit Besen- und Kehrblech rhythmisch musizierte. Sina und Jenny boten einen amüsanten Rückblick auf die vergangenen drei Jahre.

Zwischendurch wurden großflächige Gemälde des Kunstkurses versteigert, die einen Erlös von mehr als 500 Euro zu Gunsten der Deutschen Kinderhospiz Stiftung einbrachten. Bevor man zum Feiern und Tanzen überging, überreichten Arno Franke und die jeweiligen Klassenlehrer die begehrten Abiturzeugnisse und ehrten die Jahrgangsbesten.