Abfindungen für Hochtief-Chefs „absolut überzogen“

Hochtief-Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter. (Foto: Jakob Studnar)
Hochtief-Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter. (Foto: Jakob Studnar)
Foto: WAZ

Essen. Die hohen Abfindungen, die Hochtief-Vorstände im Falle einer Übernahme durch den spanischen Konzern ACS kassieren können, lösen Unmut an der Gewerkschaftsbasis aus. IG-Bau-Boss Klaus Wiesehügel lehnt jegliche Stellungnahme zu den Abfindungen ab.

Die hohen Abfindungen, die Hochtief-Vorstände im Falle einer Übernahme durch den spanischen Konzern ACS kassieren können, lösen Unmut an der Gewerkschaftsbasis aus. „Diese Abfindungen sind absolut überzogen, wenn man bedenkt, wie viele Arbeitsplätze in den letzten Jahren bei Hochtief abgebaut wurden“, sagte Holger Vermeer, Branchensekretär bei der IG BAU Essen, dieser Zeitung.

Vermeer spricht von einer „emotionalen Aufheizung“ in der Belegschaft, die während der Abwehrschlacht gegen ACS stets treu hinter dem Hochtief-Vorstand gestanden habe. Vermeer: „Die Leute bangen um ihre Arbeitsplätze. Und jetzt sollen die Vorstände auch noch möglicherweise mit diesen überzogenen Geldern nach Hause gehen können.“

Die Stimmung kocht

Während die Stimmung in Essen kocht, lehnt IG-BAU-Boss Klaus Wiesehügel, zugleich Aufsichtsratsmitglied bei Hochtief, jegliche Stellungnahme zu den Abfindungen ab. Dabei stehen sie durchaus im Einklang mit dem Kodex, den eine Regierungskommission aufgestellt hat. Laut Hochtief-Geschäftsbericht für 2009 hat der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates die Abfindungsregeln „zur Kenntnis“ genommen. Dem Gremium mit je drei Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern sitzt pikanterweise der ACS-Finanzchef Ángel García Altozano vor. Wiesehügel indes gehört nicht zum Prüfungsausschuss.