25 Jahre nach Tschernobyl braucht Daniella Hilfe

Kinder aus der Gegend von Tschernobyl zu Gast beim Frühstück der AWO.                Foto: Klaus Hartmann
Kinder aus der Gegend von Tschernobyl zu Gast beim Frühstück der AWO. Foto: Klaus Hartmann
Foto: WR, Klaus Hartmann

Kamen/Unna.. Seit 20 Jahren lädt Erika Ströver Kinder und Mütter aus der Tschernobylregion zu uns ein. Das Schicksal der zweijährigen Daniella macht sie besonders betroffen. Zum Ende des Erholungsurlaubes wird sie an der Uni-Klinik in Essen als Folge ihrer Krebserkrankung operiert.

Gestern wirkte Daniella in Begleitung ihrer Mutter Oksana munter. Einen Tag lang hatte Jürgen Schlegel für die AWO wie in jedem Jahr den Gästen aus Tschernobyl, acht Kindern und ihren Müttern, einen Tag ohne Sorgen und mit schönen Erlebnissen bereitet. Nach dem Frühstück im Kömschen Bleier ging es in den Allwetterzoo nach Münster, am Abend hatte Ikea in Kamen eingeladen. Jürgen Schlegel hat seit Monaten Klinken geputzt um das möglich zu machen. Benefizaktionen von der Schiffchen-Malaktion bis zur Versteigerung beim Open-Air-Kino in Kamen hatten den Etat dafür aufgebessert.

Seit 1991 gelinge es so, Müttern und Kindern aus dem Umfeld des Katastrophen-Kraftwerks Erholung zu bieten. Mit der Kamenerin Erika Faß hatte Erika Ströver die Aktion „Hilfe für die Erben von Tschernobyl“ gestartet. Erika Faß muss inzwischen selbst wegen einer Erkrankung kürzer treten. Zweimal im Jahr aber kommen auch weiterhin Gäste aus Weißrussland und der Ukraine auf diesem Weg hierher.

Weißrussland habe den Hauptteil der Radioaktivität vor 25 Jahren abgekommen, sei heute aber auch medizinisch weitgehend gerüstet für Folgeerkrankungen, so Erika Ströver. In der Ukraine, zu der Tschernobyl gehört, seien die medizinischen Strukturen schwieriger. Der zweijährigen Daniella wusste eine Klinik dort nicht mehr zu helfen. Sie leidet unter einem bösartigen Tumor an der Augennetzhaut.

Mit letzten Ersparnissen ermöglichten die Eltern einen Kliniktermin in Deutschland. Ende des Monats soll Daniella in Essen operiert werden. Ihr Auge wird sie verlieren, die Operation aber ist nach der Diagnose der Uniklinik unverzichtbar. 20000 Euro wird die Behandlung kosten, Nachsorgebesuche werden unverzichtbar sein. Die Hälfte der Kosten deckt eine große Hilfsorganisation, der Rest muss durch Spenden gedeckt werden.

Jürgen Schlegel und Erika Ströver rufen dazu auf, Daniella zu unterstützen. Wenn am 25. August der Rest der Besuchergruppe zurück in die Heimat fährt, wird Daniella schon in der Klinik sein.

 

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