17.000 Euro monatlich – wofür?

Sollen weiter ganze Familien von EU-Abgeordneten Assistentengelder in Höhe von bis zum 17000 Euro monatlich bekommen, diese Regel gar bis zum Jahr 2014 gelten?

Als der SPD-Fraktionschef Martin Schulz im EU-Parlament erfährt, er werde von Christdemokraten als die treibende Kraft für dieses fragwürdige, aber beschlossene Ansinnen genannt, da schäumt Schulz, es fallen Kraftausdrücke am Telefon. Ohne sein Wissen hätten Fachjuristen der Parlamentsspitze quasi in letzter Minute empfohlen, die Frist auf 2014 zu setzen, versichert. Seither nennt der SPD-Chef britische Abgeordnete als mögliche Schuldige und CDU und CSU zeigen auf Schulz, doch die Steuerzahler dürfte auch interessieren, warum der Beschluss für 2014 „einstimmig“ und zunächst vertraulich gefallen ist. Wie viel Geld hier im Spiel ist, nennt uns der weithin unbekannte Brite und EU-Abgeordnete Roger Helmer. Helmer bekommt 62000 britische Pfund im Jahr Gehalt, soviel, wie die nationalen Parlamentarier im Londoner Westminister.

125.000 Pfund aber spendiert im das EU-Parlament für Assistenten, was umgerechnet 158.000 Euro sind. Mit der Summe, so die ursprüngliche Idee, sollten die überforderten Politiker junge Experten an sich binden. Würde Helmer die Summe durch vier qualifizierte Assistenten teilen, bekämen die vier jeweils Monatsgehälter von 3300 Euro brutto. Seine Frau, sagt er, bekomme vom Kuchen 20.000 Pfund jährlich, was brutto 2100 Euro monatlich wären. Wohl wenige Europäer hätten davon groß Notiz genommen, wenn solch eine Helmer-Gattin, oder andere Abgeordnete, die ihren Mann selten sehen, daheim die Post erledigten. Doch ein Den Dover überweist bis zu 99.993 Euro jährlich an die liebe Familie. Diese Politiker scheinen keine Absolventen von Europas Universitäten zu brauchen, die qualifiziert sind, EU-Politik durchblicken, EU-Gesetze beherrschen, Politologen, Juristen und andere Geisteswissenschaftler, die mehr Qualität in die Abgeordneten-Büros bringen könnten. Wozu auch, sagen sich viele britische Torries. Sie schätzen die EU wenig. Hauptsache, die Familienkasse stimmt.

 
 

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