125 Jahre sind ein Grund zu feiern

Foto: WR

Lüdenscheid.. Kurze Zeit vor dem Verbund mit der Grundschule Bierbaum feiert die Kalver Schule ihr 125-jähriges Bestehen. Am Samstag, 19. Juni, wird daher ein Jubiläumsfest an und in der Grundschule veranstaltet.

Die langjährigen Lehrerinnen Silvia Brüggendieck und Monika Kuhnke, Mitglieder des elfköpfigen Kollegiums, können von vielen Erlebnissen an der Kalver Schule und über die Besonderheiten der Lehranstalt erzählen. Elf Mitglieder des Kollegiums erziehen und lehren derzeit 160 Schülerinnen und Schüler.

Besonders wichtig ist laut Monika Kuhnke die Zusammenarbeit mit benachbarten und zuständigen Einrichtungen: Die Kooperation mit dem Familienzentrum „effzett“ am Hebberg zum Beispiel läuft sehr gut und sei „ausgesprochen wichtig für uns und die Kinder.“

Zudem hebt sie die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Jugendamt, Beratungsstellen und Kinderschutzzentrum hervor: Gerade in diesen Zeiten seien solche Kooperationen von Bedeutung, da die Grundschullehrer mittlerweile mehr erziehen müssten als lehren. Angesichts dieser Entwicklung setzt Kuhnke auf die Unterstützung der Eltern: „Wir haben tolle Eltern, die sehr aktiv und sozial engagiert sind.“ Man müsse gerade an den Grundschulen auf Augenhöhe mit den Eltern arbeiten, um das Beste für die Kinder zu erreichen.

„Das ist Grundschule, wie sie sein soll“, begeistert sich auch Silvia Brüggendieck für konstruktive Zusammenarbeit im Sinne der Schüler. Sie freut sich außerdem darüber, dass sich in den vergangenen Jahren die Ausstattung mit Medien, sowie die Lehrmethoden und -möglichkeiten wesentlich verbessert haben, um dem altbackenen Frontalunterricht aus dem Weg zu gehen. Darüber hinaus bestimmen viele Projekte den abwechslungsreichen Schulalltag: Gewaltprävention, „singende Grundschule“ und Selbstbehauptungskurse sind nur einige Stichworte zu erfolgreichen Aktivitäten.

Nur ein Teil der
langen Geschichte

Der offiziellen Zusammenlegung mit der Schule am Bierbaum sehen die Lehrerinnen gelassen entgegen. Derzeit leitet Reinhard Hinz kommissarisch beide Standorte, die auch nach der Zusammenlegung erhalten bleiben - die Kalver Schule trägt dann lediglich den Beinamen „Teilstandort“.

Auch diese Entwicklung ist nur ein Teil der langjährigen Geschichte des Schulgebäudes: Im August 1885 entstand der Rohbau vom „Schulhaus zu Calve“. Kurioserweise leitete zunächst lediglich ein Lehrer, Erich Pielhau, den Unterricht mit über 100 Schulkindern, die neben der „Calve“ unter anderem auch aus den Ortschaften Hellersen und Kattenbusch stammten. In den 1930er-Jahren durchlief die Schule einige Entwicklungen, zum Beispiel die Öffnung bezüglich der Elternbeteiligung. Harte Jahre während des Zweiten Weltkrieges standen an und in der Nachkriegszeit musste die Schule mit von der Stadt Bochum ausgelagertem Mobiliar beheizt werden.

Die Situation normalisierte sich im Laufe der 50er und 60er-Jahre zunehmend, schließlich änderte sich die Schreibweise zum heutigen „Kalve“ und seit 1969 hieß die Lehranstalt „Gemeinschaftsgrundschule Kalve“. Als Relikt aus der Vergangenheit findet sich heute noch der alte Brunnen in der Eingangshalle.

All diese baulichen Veränderungen sind ein Sinnbild der sich stets wandelnden Grundschule. Vieles hat die Schule zu dem gemacht, was sie heute ist - und sie wird sich weiterhin stets ändern.

 
 

EURE FAVORITEN