Luca Blass

Duisburg.  Meiner Meinung nach wird der Duisburger Sportteil zu stark vom Fußball dominiert. Zuletzt sind die Tennis-Stadtmeisterschaften, an denen ich teilgenommen habe, eher untergegangen. Eine Meldung zur Verkündung der Sieger ist dann meist alles, was zu lesen ist. An dieser Stelle würde ich mir mehr Spielberichte, auch von anderen Sportarten, wünschen.

Diese Dinge äußere ich dann als Leserbeirätin. Die Redakteure nehmen den Leserbeirat sehr ernst und hören auf uns – als Vertreter der Leserschaft. In Duisburg sind wir zehn Leserbeiräte.

Ich bin froh, dass ich mich auf den Aufruf im Lokalteil gemeldet habe. Es war mein Vater, der mich auf die Idee brachte. Denn ursprünglich wollte er sich bei der WAZ melden. Ich habe ihn aber schnell überzeugt, dass dies viel eher eine Aufgabe für mich wäre. Es ist eine interessante Erfahrung, mit den Journalisten auf Augenhöhe zu diskutieren und Einblicke in den Redaktionsalltag zu erhalten. Annette Kalscheur war sehr interessiert an meiner Sicht zu Universitätsthemen, so habe ich auch einen Gastkommentar verfasst. Bei den Schulthemen konnte ich gar keine Anregungen geben, da berichtet die Duisburger WAZ meiner Meinung nach sehr umfangreich.

Für den Bereich der Kultur legt Frau Horstmeier auch viel Wert auf die Meinungen der Leserbeiräte. Sie hat nach Begleitungen für Opern- oder Museumsbesuche gefragt, um anschließend eine Leserrezension verfassen zu können. Diese Idee gefällt mir gut.

Auch im Bereich des Politischen und Sozialen werden die Leser gut informiert. Gerade in letzter Zeit wurde so ausführlich über Armut und Zuwanderung geschrieben, dass ich nicht dazu gekommen bin, alles zu lesen. Während des Semesters schaffe ich es morgens selten, länger als eine halbe Stunde Zeitung zu lesen. Zum Glück ist gerade noch vorlesungsfreie Zeit, dann wird auch länger gelesen.

Wenn ich Themen anbringe, stoße ich auf offene Ohren. Einige Geschichten sind aufgegriffen worden. Die Idee meines Vaters, einen Spender mit Tüten für Hundekot vor seiner Arztpraxis zu platzieren, wurde mit großem Foto von ihm und unserem Hund Dylan veröffentlicht. Heute findet sich dort eben solch ein Doggi-Ständer.

Die WAZ wurde in meiner Familie immer schon gelesen. Meine Großmutter aus Koblenz freut sich bei ihren Duisburg-Besuchen immer auf die WAZ. Ihr gefällt vor allem der leserorientierte Lokalteil. Mein Vater liest die WAZ auch im Urlaub – und seit etwa einem Jahr liest er nur noch auf dem iPad. Ich bin aber froh, dass ich zu Hause noch die klassische Papierversion lesen kann, aber für unterwegs ist die mobile Version durchaus praktisch. Auch meine Mutter bevorzugt die gute, alte klassische Zeitung. Wenn die Zeit es zulässt, versucht sie, nach dem Hundespaziergang noch mal intensiv Zeitung zu lesen.

Mein Freund und ich haben ein eigenes Abo, seit wir nicht mehr bei unseren Eltern wohnen. Wir haben nämlich schnell gemerkt, dass uns die morgendliche Lektüre fehlt. Dabei liegen unsere Prioritäten schon beim Sport und Lokalen, erst danach wird der Rest gelesen. Wobei der Wirtschaftsteil bei mir manchmal zu kurz kommt. Wenn die Zeit knapp ist, bleibt es leider hin und wieder bei den kürzeren Artikeln oder den Überschriften. Im Leserbeirat haben wir schon festgestellt, dass deshalb die Kinderseite auch gut bei den Erwachsenen ankommt. Die erste Seite der Zeitung ist mir besonders wichtig. Auch wenn es sich oft um Themen handelt, die schon in der Tagesschau vorkamen. Diese kann ich nicht jeden Abend sehen, zudem setzt die Zeitung andere Prioritäten, und ich kann die wichtigsten Themen gebündelt nachlesen.

Auch für das Studium wird die WAZ jetzt relevant. Ich schreibe meine Master-Arbeit mit dem Titel ‚Sinn und Nutzen eines Leserbeirats in einer Lokalredaktion’.

Luca Blass, 24 Jahre alt, wohnt in Duisburg, hat einen der begehrten Studienplätze für den Master „Literatur und Medienpraxis“ am Campus in Essen bekommen.