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Leichtathletik

Nur Kampfrichter sind noch nationale Klasse

25.06.2012 | 17:46 Uhr
Nur Kampfrichter sind noch nationale Klasse
Die Kampfrichterdelegation des Kreises Iserlohn bei der DM in Wattenscheid.v.li.: Christina Geiseler, Andreas Giebel, Gerlinde Zacharias, Gabi Haschke, Christiane Preuß, Carsten Fischer, Christoph Schulte, Sven Spieckermann, Katrin Kirchhoff und Nathalie Grimm.

Iserlohn. Heimische Athleten sind schon lange nicht mehr bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften, wie sie am vorletzten Wochenende in Wattenscheid stattfanden, gesichtet worden. Dennoch war der hiesige Kreis im Lohrheidestadion gut vertreten. Und das lag an insgesamt zehn Kampfrichtern aus Iserlohn, Hemer und Umgebung, die bei den nationalen Titelkämpfen mitmischten.

Mit Gabi Haschke und Carsten Fischer aus der Waldstadt sowie Katrin Kirchhoff, Sven Spieckermann und Christoph Schulte aus der Felsenmeerstadt tummelte sich dort ein Quintett der heimischen Vereine. „Es ist der Reiz, im direkten Kontakt mit den Athleten zu stehen, und natürlich der Spaß an der Leichtathletik“, nennt Schulte die Beweggründe, ein ganzes Wochenende zu opfern, damit andere ihre Meister ermitteln können. Der 47-jährige Hemeraner war in Wattenscheid gleich in zwei Funktionen tätig. Als Schiedsrichter überwachte er den Dreisprung. Kaum zu glauben, auch hier verfügt der Unparteiische über gelbe und rote Karten. In erster Linie ist der Referee aber bei strittigen Entscheidungen zu konsultieren.

Zweites Aufgabengebiet für Schulte bei der Meisterschaft war die Rolle des Obmannes beim Weitsprung. Gleich mehrfach war er in der Fernsehübertragung des ZDF zu sehen, vor allem wenn er die rote oder weiße Fahne hob, je nach dem, ob der Versuch gültig oder ungültig war.

Um in eine solch verantwortliche Position zu gelangen, ist ein fundierte Ausbildung erforderlich. Entsprechende Prüfungen sind abzulegen. Wer besteht, darf sich NTO (National Technical Official) nennen und für vier Jahre diese Tätigkeit in allen Facetten der „Kampfrichterei“ ausüben. Seit 2007 ist Christoph Schulte nun auf DLV-Ebene dabei, Kampfrichter ist er dagegen bereits seit 1985. Bisheriger Höhepunkt seiner Tätigkeit war die Weltmeisterschaft 2009 in Berlin.

In Wattenscheid waren für Schulte besonders die Sonderwünsche des Fernsehens bemerkenswert, die vor allem den Zeitablauf betrafen. „Da kann es schon einmal Unmut von den Rängen geben, wenn ein Starter warten muss, bis die Regie die Kamera auf ihn richten kann.“ Grundsätzlich kommt man diesen Wünschen aber gerne nach, denn schließlich ist eine Deutsche Meisterschaft noch eine der wenigen LA-Veranstaltungen, die im TV gezeigt werden.

Christoph Schulte selbst möchte auch in den kommenden Jahren weiter als NTO tätig sein und hofft, dass der DLV noch einmal eine Europameisterschaft ausrichtet. „Oder vielleicht auch einen Europacup“, sagt er. An eine WM oder eine Olympiade glaubt er dagegen nicht.

Markus Wassmuth

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2012-06-25 17:46
Iserlohn Hemer Letmathe