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Hertha BSC Berlin hat alles verspielt

21.05.2012 | 18:04 Uhr
Hertha BSC Berlin hat alles verspielt
Scheut nicht den Gang durch alle Instanzen: Hertha-Manager Michael Preetz. Foto: dapd

Essen.  Weil es um eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters ging, hatte das DFB-Sportgericht im Grunde keine Wahl. Hertha BSC dagegen schon. Doch statt den abgewiesenen Einspruch gegen die Wertung des Relegationsspiels in Düsseldorf zu akzeptieren, verspielt der Hauptstadt-Klub mit seinem Gang durch die Instanzen auch den letzten Rest seiner Reputation. Ein Kommentar.

Es war die letzte Chance von Hertha BSC, sich nach einer Katastrophen-Saison noch einen Rest von Reputation zu bewahren. Und auch diese hat der Hauptstadt-Klub jämmerlich verspielt , indem er nach dem abgewiesenen Einspruch gegen die Wertung des Relegations-Rückspiels in Düsseldorf den Gang vor die nächste Instanz ankündigte und damit dem Ansehen des Fußballs weiteren Schaden zufügt.

Die Entscheidung des DFB-Sportgerichts hätten wir schon am Freitagabend haben können. Denn letztlich gab es keine Alternative dazu. Denn so berechtigt auch die Zweifel daran sein mögen, dass die Partie unter regulären Umständen zu Ende geführt wurde – entscheidend für die Urteilsfindung war: Für Schiedsrichter Wolfgang Stark waren die Bedingungen regulär. Punkt.

Auch für den DFB werden die Vorkommnisse Konsequenzen haben

Ein Wiederholungsspiel hätte – mit unabsehbaren Folgen – die Tatsachenentscheidung gekippt , die nicht von ungefähr eine der tragenden Säulen des Fußball-Regelwerks ist. Andernfalls wäre – um nur ein Beispiel zu nennen – bei der WM 2010 in Südafrika auch das deutsche Achtelfinalspiel gegen England zwingend zu wiederholen gewesen, weil der Ball nach Frank Lampards Lattenschuss, der das 2:2 bedeutet hätte, ungefähr einen halben Meter hinter der Torlinie aufprallte.

Fortuna
Streit zwischen Fortuna und Hertha geht in die nächste Runde

Das DFB-Sportgericht hat den Einspruch von Hertha BSC Berlin abgelehnt. Das Relegations-Rückspiel gegen Fortuna Düsseldorf wird nicht wiederholt. Doch...

Bei Fortuna Düsseldorf dürfte sich die Erleichterung mit der Erkenntnis verbinden, in puncto „Sicherheit im Stadion“ deutlich nacharbeiten zu müssen. Auch für den DFB können und werden die Düsseldorfer Vorkommnisse nicht ohne Konsequenzen bleiben. Wobei darauf zu achten ist, das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten – sprich: in einem Abwasch auch die positiven Seiten der Fankultur zu ersticken.

Herthas Rechtsvertreter Schickhardt brachte seinen Beruf in Verruf

Schon hat die „Arbeitsgemeinschaft Fananwälte“ (erstaunlich, was es heutzutage alles gibt) den Ruf nach härteren Strafen als „unangebracht und kontraproduktiv bezeichnet und darauf hingewiesen, „dass Gerichte bei der Verfolgung von vermeintlichem Fehlverhalten der Fußballanhänger wesentlich härtere Strafen verhängen als im Strafrecht ohne Fußballbezug“.

Nun schlägt in diesem Zusammenhang nicht gerade die Stunde der Anwälte, nachdem Herthas Rechtsvertreter Christoph Schickhardt seine Zunft in Verruf gebracht hat, indem er bei seiner Beweisführung Begriffe wie „Todesangst“, „Anarchie“ und „Blutbad“ ins Spiel gebracht hatte. Hertha, soviel zumindest ist nach den letzten Tagen glasklar, braucht eine Kompletterneuerung – inklusive Vorstand, Sportdirektor und Rechtsbeistand.

Reinhard Schüssler

Kommentare
22.05.2012
12:53
Hertha BSC Berlin hat alles verspielt
von creck | #38

@#37 Sie haben Recht!

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2012-05-21 18:04
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