Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Toni

Nennt mich einfach „Don Orakel“!

08.06.2012 | 16:57 Uhr
Nennt mich einfach „Don Orakel“!

Holla, amigos. Oráculo! Oráculo! Alle suchen im Moment das wahre oráculo! Also suchen eigentlich ja alle mich, denn wenn hier in der Hütte und auch außerhalb einer wirklich als Erster Bescheid weiß, was kommt, dann wohl ich. Ich weiß zum Beispiel, dass in diesem Moment Frauchen in der Küche mit meinem Lieblingskäse hantiert. Nun ist die Küche natürlich weit genug weg, dass keiner sagen kann, ich würde das einfach riechen. Und hören kann man Käse ja nun wirklich auch nicht. Und doch weiß ich, dass da gerade etwas mit Käse passiert. Mit meinem Käse. Herrchen hat schon ein paar Mal gesagt, ich hätte so etwas wie ein „Drittes Käse-Auge“. Und wer das hat, der weiß natürlich auch, wer Europameister wird. Vorausgesetzt, es interessiert ihn.

Mich interessiert es zum Beispiel nicht so unbedingt, weil bei wichtigen Veranstaltungen wie so einer großen Meisterschaft selbst mein sonst recht agiles Frauchen plötzlich in eine Art Schockstarre fällt, die dann auch schon mal 90 Minuten anhalten kann. Dann tun meine Mitbewohner, als sei ich gar nicht da. Als seien da nur noch die Männekes in dieser Flimmerbox. Kleine Kerlchen, die hinter einem Ball herlaufen, der eigenartigerweise niemals aus unserer Kiste fällt.

Hinzu kommt noch, dass so ein Fußballspiel auch nicht ungefährlich für mich ist. In der Regel liege ich nämlich in der Nähe von Herrchen, um zu kontrollieren, ob er überhaupt noch lebt. Und plötzlich schreien die Menschen in der Flimmerkiste laut auf, Herrchen schreit auch laut auf - und genau so plötzlich zuckt sein eben noch gestorbener Fuß. Passiert das im Wohnzimmer fliegt mir also sein Schlappen um die Ohren, passiert es im Bett fliege, ich durch die Gegend. Das ist nun wirklich nicht schön.

Aber ich bin ja nicht nachtragend. Und wenn ich jetzt orakeln soll, dann orakel ich eben. Dass Holland zum Beispiel das eine oder andere Spiel gewinnt, ist eine klare Sache. Allein schon, weil die ja im Grunde genommen das Mutterland des Käses sind. Und Spanien wird auch abräumen, denn Herrchen sagt, Manchego-Käse würde ich schon erkennen, wenn er noch im Laden eingepackt in der Theke liegt. Möge also der Leckerste gewinnen!

Anderes Thema: Orakeln hat ja auch ein bisschen mit „dran glauben“ zu tun. Und was will ich mit dieser begnadeten Überleitung sagen? Correcto! Am nächsten Sonntag ist um 15 Uhr wieder misa de animales, also Tiergottesdienst im Floriansdorf! Herrchen sagt, dass das ganze bewährte Team wieder an Bord ist und diesmal sogar un perro lobo, also ein Wolfshund, erwartet wird. Da bin ich wirklich mal schwer gespannt. Herrchen sagt, der Bursche würde rund 77 Kilo auf die Waage bringen, aber das ist ja erst einmal noch nichts Besonderes. Die hat meine französische Nachbarin wahrscheinlich auch auf den schaukelnden Rippen. Aber Herrchen hat mir ein Foto gezeigt von dem Wölfi, der übrigens eine Seele von Hund sein soll. Also wenn das stimmt, was ich da gesehen habe, werde ich zur Begrüßung mal lieber eine kleine Treppenleiter mitbringen. Amigos, ich sage Euch, die meisten von uns gucken dem wahrscheinlich nur vors Knie. Was ja auch schön sein kann.

Übrigens, Herrchen lässt noch ausrichten, dass es sich eben nicht um einen reines Hunde-Wett-Beten handelt, sondern dass alle, die was Tierisches in sich spüren, herzlich eingeladen sind. Mein persönlicher Favorit war ja im letzten Jahr so ein Nymphensittich, der bei der Predigt die ganze Zeit mucksmäuschenstill mit ausgebreiteten Armen im Käfig gesessen hat, als hätte er seinen eigenen Sittich-Segen dazu geben wollen. Starker Auftritt! Und hinterher gibt es auch wieder lecker Kuchen. Mein unglaubliches Orakel-Gefühl sagt mir übrigens, dass es auch Käse-Kuchen geben wird. Vamos a ver! Schaun wir mal!“

Hasta luego!

Euer Toni

Toni


Kommentare
Aus dem Ressort
„Der liebe Gott ist natürlich Rheinländer“
Interview
Letzte Woche war Dr. Manfred Lütz in Rom beim alten und neuen Papst. Und mehrfach auf der „Senftöpfchen“-Bühne. Und auf einem Ärztekongress. Da ist die fidele Frischheit bei der Begrüßung schon fast beängstigend.
Starke musikalische Breitenarbeit präsentiert
Gesamtschulkonzert
Beim Konzert der Gesamtschule „music & more" im Parktheater präsentierten die Muskikklassen einen schönen Querschnitt ihres anspruchsvollen Repertoires und traten den Beweis für die gute musikalische Breitenarbeit an ihrer Schule an.
Fotos und Videos
Musteranzeigen
Bildgalerie
Trauer
Musteranzeigen
Bildgalerie
Zur Hochzeit
Musteranzeigen
Bildgalerie
Grüße
Musteranzeigen
Bildgalerie
Zur Geburt