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Welche Mittel wirklich gegen Mücken helfen

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Sie werden uns Menschen auch in diesem Sommer wieder quälen, mit ihren juckenden Stichen oder ihrem nächtlichen Gesumme durch das Schlafzimmer. Viele Mittel versprechen schnelle Hilfe gegen Mücken, doch längst nicht alle halten die Blutsauger tatsächlich fern.

Essen. 

Viel Regen vor der Hitze, viel Regen nach der Hitze – für Mücken hervorragende Verhältnisse zur Reproduktion. Sie werden uns Menschen also auch in diesem Sommer wieder quälen, mit ihren juckenden Stichen oder ihrem nächtlichen Gesumme durch das Schlafzimmer. Viele Mittel versprechen schnelle Hilfe, doch längst nicht alle halten die Blutsauger tatsächlich fern. Fragen und Antworten.

Stechen wirklich alle Mücken?

Nein. Nur die Mückenweibchen brauchen menschliches oder tierisches Blut, um nach der Befruchtung durch die Männchen ihre Eier entwickeln zu können: „Ohne Blut keine Fortpflanzung“, sagt Insektenforscher Werner Schulze. Die Mückenmännchen stechen nicht. Sie ernähren sich ausschließlich von Nektar und Pflanzensäften. Schulze: „Keine Angst vor tanzenden Mücken, das sind allesamt Männchen.“

Wie finden Mückenweibchen ihre „Opfer“?

Mücken orientieren sich nur zu einem Bruchteil und meist nur beim Landen über ihre Facettenaugen. Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) zufolge werden sie auch nicht im Besonderen durch eine Lichtquelle angezogen. Wirklich entscheidend bei der Suche nach Blut seien zwei Sinne: Das „Fühlen“ von Wärmequellen sowie der Geruchssinn. Sie werden angelockt durch die Körpertemperatur, vor allem aber durch ausgeatmeten Wasserdampf und den Geruch von Milch- und Fettsäuren im Schweiß sowie anderen menschlichen oder tierischen Gerüchen. „Es sind ganz bestimmte Stoffe, die wir ausscheiden, die die Tiere auch artenspezifisch anlocken“ sagt Werner Schulze. Und so könne es durchaus sein, dass zwei Menschen nebeneinander durch den Wald gingen und der eine gar nicht, der andere aber zigfach gestochen würde.

Können Mücken uns krank machen? 

Welche Mückenarten gibt es in Deutschland?

Insektenforscher von der Uni Heidelberg haben herausgefunden, dass es in Deutschland derzeit etwa 50 Arten gibt. Die am meisten verbreitete ist die Nördliche oder Gemeine Hausmücke. In den letzten Jahren fanden Insektenforscher aber auch Mücken, die in Deutschland zunächst nicht heimisch waren. Zu ihnen zählen die japanische Buschmücke oder der asiatische Tigermoskito, die eingeschleppt und vornehmlich im Süden Deutschlands gefunden worden sind.

Können Mücken den Menschen krank machen?

Theoretisch ja. Sie können Bakterien oder Viren übertragen. Infektiologen des Robert-Koch-Instituts aber erklären: Die Mücke ist nur Überträger, nicht Ursache einer möglichen Erkrankung. Um gefährlich zu sein, müssten Mücken Menschen gestochen haben, die mit einem Erreger wie dem Dengue-Fieber infiziert waren. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist dem Robert-Koch-Institut zufolge sehr gering, weil nur wenige Reisende Fieberviren nach Deutschland brächten.

Sind Anti-Mücken-Mittel gefährlich? 

Wie können wir uns am effektivsten vor Mückenstichen schützen?

Die Stiftung Warentest wollte es genau wissen und hat vor anderthalb Jahren 21 Anti-Mücken-Mittel getestet. Bereits 2004 untersuchten die Tester die Wirkung von Biozidverdampfern, Gartenfackeln, Teelichtern, Armbändern, ätherischen Ölen, Ultraschallgeräten, UV-Lichtfallen und Hausmitteln wie Zitronenmelisse. Das Ergebnis: Die Verdampfer wirken gut, sind aber problematisch, weil sie Biozide, über Stunden in Räumen verteilt, die Schleimhäute und Augen reizen konnten. „Nur bei einer Plage sollten sie eingesetzt werden, in geschlossenen Räumen nur sparsam“, so das Urteil von Stiftung Warentest. UV-Fallen lockten Mücken kaum an, Ultraschallgeräte, die die Tiere akustisch vertreiben sollten, wirkten gar nicht. Die Tester: „Ätherische Öle zeigten sich in unserem Test allesamt wirkungslos“.

Worauf sollten Sie beim Einsatz chemischer Anti-Mücken-Mittel achten?

Die beste Wirkung im Test zeigten Mittel mit dem Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET). Die Präparate schützen fünf bis acht Stunden lang vor tag- wie auch vor nachtaktiven Mücken. Diese seien auch für den Einsatz in den Tropen geeignet. Ebenfalls wirksam waren Mittel mit dem Wirkstoff Icaridin. Ob DEET oder Icaridin – alle Präparate reizten Schleimhäute und Augen, weshalb sie nicht auf Dauer angewendet werden sollten, so die Stiftung Warentest. Die besten Gesundheitseigenschaften – bei weniger langanhaltendem Schutz – bot allein das Produkt „Autan Family Care“

Welche Mittel schneiden besonders gut ab? 

Welche Mittel haben im Test am besten abgeschnitten?

Sieben der 21 getesteten Mittel erhielten von Stiftung Warentest die Note gut, fünf dieser Mittel sind noch im Handel. Testsieger wurde Anti Brumm Forte (1 Euro pro 10 Milliliter) vor Autan Protection Plus (0,70 Euro pro 10 ml) und Care Plus Anti-Insect-Spray 40 Prozent (1 Euro pro 10 ml).

Was kann ich tun, wenn ich gänzlich auf Chemie verzichten will?

Da hilft nur: Tragen Sie draußen weite, feste, helle Kleidung, die dicht abschließt. Mücken lieben dunkle Kleidung und stechen durch eng anliegende Stoffe hindurch. Zuhause helfen feinmaschige Insektengitter vor dem Fenster. Diese gibt es in jedem Baumarkt (Maschenweite 2 Millimeter). Einen weiteren Tipp hat Insektenforscher Werner Schulze: „Stellen Sie Ventilatoren auf. Mücken hassen Zug und Wind. Dagegen anzufliegen, kostet sie viel zu viel Energie.“