Was ist eigentlich eine „Therapiedecke“ – und schläfst du damit wirklich besser?

Warum man nackt schlafen sollte

Nur wenige Menschen tun es, doch es lohnt sich, die alten Pyjamas endlich in den Schrank zu verbannen. Denn wenn wir einschlafen, erweitern sich Venen und andere Blutgefäße und geben Hitze ab.

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  • Immer öfter tauchen im Netz Angebote für sogenannte Therapiedecken auf
  • Doch was steckt hinter diesen besonderen Decken? Ist die Wirkung wie versprochen?
  • Wir klären auf

Berlin.  Man kennt sie aus Krankenhäusern, sie sollen ein Wundermittel gegen Schlafstörungen sein und sogar bei psychischen Problemen helfen: die Rede ist von sogenannten Therapiedecken. Immer mehr Unternehmen entdecken dieses besondere Hilfsmittel für sich und so werden sie mehr und mehr zum Lifestyle-Produkt.

Doch was steckt eigentlich hinter diesem Trend-Produkt, wie wirken Therapiedecken – und schläfst du damit wirklich besser?

Was sind Therapiedecken?

Therapiedecken sind Zudecken, die aus kleinen Fächern bestehen, die mit natürlichen Materialien wie Reis, Bohnen oder Schrot befüllt sind und dadurch schwerer sind als gewöhnliche Zudecken. Sie werden deshalb auch Gewichtsdecken genannt. Eine Therapiedecke soll rund 10 Prozent des eigenen Körpergewichts wiegen.

Wie wirken Therapiedecken?

Durch dieses Gewicht und die Füllung drückt sich die Decke beim Aufliegen gleichmäßig auf den Körper und soll dem Körper so ein wohliges Gefühl vermitteln, wie bei einer Umarmung. Hersteller versprechen, dass dadurch sowohl das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet als auch das Schlafhormon Melatonin produziert wird – eine Kombination, die für schnelleren und gesünderen Schlaf sorgen soll.

Im Gegensatz zu chemischen Schlafmitteln soll dieses Hilfsmittel keine Nebenwirkungen haben.

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Wie werden sie eingesetzt?

Traditionell werden Therapiedecken in Krankenhäusern eingesetzt, für Kinder, die Probleme mit dem Einschlafen haben, aber auch in der Therapie von Patienten, die an stressbedingten oder anderen psychischen Krankheiten wie ADHS oder Angststörungen leiden.

Sind Therapiedecken wirklich so erfolgreich?

Verschiedene Studien – einige mehr, andere weniger repräsentativ – haben sich bereits mit der Wirkung von Therapiedecken auseinandergesetzt. Eine Studie von 2015, die 30 Personen während einer stationären Behandlung einer psychischen Krankheit untersuchte, ergab, dass Therapiedecken bei 60 Prozent der Testpersonen erfolgreich wirkten.

Das „Handelsblatt“ hat außerdem vor kurzem verschiedene Gadgets untersucht, die im Internet angeboten werden und für einen schnelleren Schlaf sorgen sollen. Der Autor zieht ein positives Fazit, nachdem er eine Therapiedecke ausprobiert hat: „Ich hatte schon nach der ersten Nacht das Gefühl, dass ich deutlich schneller einschlafe. In der Nacht bin ich ruhiger und zapple nicht mehr so viel mit meinen Beinen rum (ich leide am Restless Legs Syndrom).“

Dadurch fühle er sich am Morgen fitter und wache nachts nur noch selten auf. Der Autor beschließt: „Dieses Teil gebe ich nie wieder her.“

Wie teuer sind Therapiedecken?

Ganz günstig ist die Anschaffung einer Gewichtsdecke nicht gerade. Verschiedene Hersteller bieten Produkte von 150 bis zu 1000 Euro an. Allerdings gibt es mittlerweile verschiedene Websites und Videos im Netz, die eine Selbermach-Anleitung für Therapiedecken anbieten. (alka)

 
 

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