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Vorsorgeprojekt der DAK soll Zahl der Frühgeburten verringern

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In Hamburg startet ein Vorsorgeprojekt für werdende Mütter. Ziel ist es, die Frühgeburtenrate um zehn Prozent zu reduzieren und unnötige Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. Dazu werden zusätzliche Untersuchungen von der Krankenkasse übernommen.

Hamburg. 

Mit einem bundesweit einzigartigen Pilotprojekt soll die steigende Zahl der Frühgeburten in Hamburg spürbar gesenkt werden. Ziel des Vorsorgeprojekts „Willkommen Baby“ ist es, die Frühgeburtenrate in der Hansestadt um zehn Prozent zu reduzieren und unnötige Krankenhausaufenthalte zu vermeiden, wie die DAK am Dienstag in Hamburg mitteilte.

Derzeit liege der Anteil an Frühgeborenen bei neun Prozent aller Geburten. Im Jahr 2009 wurden in Hamburg rund 1.800 Frühchen registriert. 2001 waren es noch sechs Prozent beziehungsweise rund 1.160 Babys. Jeden Tag kämen allein in Hamburg im Schnitt fünf Kinder als Frühchen zur Welt.

Zusätzliche Ultraschalluntersuchung und Fibronektintest

Das neue Vorsorgepaket, das sonst laut DAK in Teilen nur Privatpatienten erhielten, gilt in der seit Januar laufenden Pilotphase für alle Hamburger Patienten der Kasse. Es umfasse unter anderem eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung und zum ersten Mal in Deutschland einen weiteren Spezialtest zur Früherkennung einer Frühgeburt, einen sogenannten Fibronektintest. Außer der DAK übernehme derzeit keine andere gesetzliche Krankenkasse die Kosten dafür.

Ziel sei es, Risiken so früh wie möglich zu erkennen und frühzeitig zu behandeln. An dem neuen Netzwerk beteiligen sich den Angaben zufolge bislang bis zu 80 Hamburger Ärzte. Eingebunden in die Versorgung ist zunächst das Katholische Marienkrankenhaus, weiteren Perinatalzentren stehe die Teilnahme offen. Das Pilotprojekt soll DAK-Vertragschef Egbert Schuhr zufolge abhängig vom Ergebnis ausgeweitet und womöglich dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vorgelegt werden.

Erkrankungen der Mutter bedingen häufig Frühgeburt

Als Frühgeburten werden Kinder bezeichnet, die vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen oder deren Geburtsgewicht unter 2.500 Gramm liegt. Häufige Ursachen von Frühgeburten sind den Angaben zufolge schwangerschaftsbedingte Erkrankungen wie vaginale Infektionen oder Schwangerschaftsdiabetes. Weitere Risikofaktoren sind Stress, ein höheres Alter der werdenden Mutter sowie Nikotin und Alkohol. (dapd)