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Viele Rollatoren fallen im Test glatt durch

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Sie sollen den Senioren den Alltag erleichtern und den Gang durchs Leben sicherer machen: Die Zeitschrift Öko-Test prüfte jetzt Rollatoren – und kam zu ernüchternden Ergebnissen.

Frankfurt. 

Rollatoren sind als Gehhilfen für ältere oder gehandicapte Menschen unerlässlich. Doch wie bei Autos gibt es auch bei den Hilfsmitteln auf Rollen große Unterschiede, die sich auch im Preis bemerkbar machen, wie eine Überprüfung der Zeitschrift „Öko Test“ von zehn Rollatoren nun gezeigt hat. Sie alle wurden auf ihre Handhabung sowie Stabilität und Sicherheit hin kontrolliert. Zudem wurde auf giftige Inhaltsstoffe in den Griffen geachtet, da man mit diesen bei der Benutzung der Hilfen häufigen Kontakt hat.

Dreimal „ungenügend“

Insgesamt gab es drei Mal das Urteil „ungenügend“, und zwar für den 144 Euro teuren „Ono mit Korb“ von Etac, der „Leichtgewichtsrollator RL-120-Vario“ von Bischoff und Bischoff zum Preis von 208 Euro sowie dem knapp 100 Euro teuren „Rollator mit Stockhalter“ von Russka. Ferner gab es zwei Mal die Note „mangelhaft“, einmal für den „Ideal-Rollator“ von Meyra (118 Euro) und ein weiteres Mal für den „Rehaforum Rollator mit Eurobremse“ von Rehaforum Medical (139 Euro). Nur ein Produkt erhielt die Note „sehr gut“: Der „Gemino 30“ von Handicare zum Preis von 399 Euro brillierte sowohl in der Handhabung, als auch bei den Stabilitäts- und Sicherheitsaspekten und weist darüber hinaus so gut wie keine giftigen Inhaltsstoffe in den Handgriffen auf.

Zusatz-Gebühr beim Rollator auf Rezept

Drei Produkte sind mit „gut“ beurteilt worden, ein weiteres mit „befriedigend“. Bei der Anschaffung eines Rollators kann nicht mit einem einheitlichen Festbetrag der gesetzlichen Krankenkasse gerechnet werden. Die Fallpauschalen liegen je nach Kasse und Region zwischen 30 und 100 Euro. Die Differenz zum Preis des ausgewählten Produktes muss der Käufer selbst bezahlen. Das gilt auch dann, wenn die Gehhilfe vom Arzt verschrieben wird was meist der Fall ist. Zudem fällt beim „Rollator auf Rezept“ eine zusätzliche Gebühr an, die zehn Prozent des Verkaufspreises, aber höchstens zehn Euro betragen kann.

Außerdem kann der Kunde nicht bei jedem Lieferanten das Produkt beziehen, weil das Sozialgesetzbuch Verträge zwischen Kassen und Fachhändlern fordert. Wenn die Kasse zahlen soll, muss der Patient laut „Öko Test“ bei einem bestimmten Sanitätshaus kaufen. Welches das ist, darüber informiert die Kasse. Wird das Hilfsmittel in Eigenregie angeschafft, ist eine Kostenerstattung im Nachhinein nicht mehr möglich. (mp)