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Verdrängung kann anscheinend wirklich krankmachen

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Wer dauerhaft Probleme und unangenehme Gefühle verdrängt, kann davon offenbar physisch krank werden. Foto: Getty
Wissenschaftler konnten offenbar eine These Sigmund Freuds bestätigen: Menschen, die unangenehme Gefühle permanent verdrängen, können davon krank werden. Die Forscher werteten dazu alle verfügbaren Einzelstudien über das Auftreten von Krankheiten im Zusammenhang mit Verdrängung aus.

Jena. 

Wer unangenehme Gefühle permanent unterdrückt, wird über kurz oder lang krank. Diese These von Sigmund Freud haben Jenaer Wissenschaftler jetzt erstmals systematisch bestätigt, wie die Friedrich-Schiller-Universität mitteilte. „Das Unterdrücken unangenehmer Gefühle ist ein allgemeiner Abwehrmechanismus, den jeder Mensch von Zeit zu Zeit nutzt“, sagt Psychologe Marcus Mund: „Es gibt aber auch Menschen, in deren Persönlichkeit das Prinzip der Abwehr wesentlich verankert ist.“

Diese Eigenschaft wird Repression genannt und Menschen, die zur Verdrängung neigen, Represser. Solche Represser seien weitaus ängstlicher, als sie selbst glauben oder zugeben wollen. „Setzt man Represser psychischem Stress aus, so zeigen sie heftige körperliche Angstreaktionen, wie Schwitzen oder einen beschleunigten Puls“, erläutert Mund. Das wirke sich auf die Gesundheit aus. So bestehe ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Repression und erhöhten Blutdruck.

„Die Krebspersönlichkeit gibt es nicht“

Etwa für Krebs lasse sich allerdings kein Zusammenhang feststellen: „Die häufig ins Spiel gebrachte sogenannte Krebspersönlichkeit gibt es definitiv nicht“, sagt Mund. Auch bedeute die Veranlagung nicht, dass Krankheiten schwerer verlaufen als bei Nicht-Repressern. „Aufgrund ihres hohen Kontrollbedürfnisses sind Represser in der Regel sehr diszipliniert und motivierter, ihren Lebensstil an die Krankheit anzupassen.“

Die Erkenntnisse basieren auf einer Metaanalyse aller weltweit verfügbaren Einzelstudien, in denen das Auftreten von Krankheiten wie Krebs, Herz-, Kreislauferkrankungen, Asthma oder Diabetes im Zusammenhang mit Verdrängungstendenzen untersucht wurden. (dapd)