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Übergewicht kann zu Melanomen führen

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Fettleibige Menschen haben mit vielerlei gesundheitlichen Einschränkungen zu rechnen. Schon leichtes Übergewicht kann zu Schuppenflechte führen, bei schwereren Menschen kann es sogar zu Melanombildungen kommen. Übergewichtige Menschen müssen deshalb einige Hygienehinweise beachten.

Hamburg. 

Menschen mit starkem Übergewicht leiden deutlich häufiger an Hautkrankheiten wie Schuppenflechte, wunden Stellen oder Wundrose als Normalgewichtige. Schon bei leichtem Übergewicht steige das Risiko für Schuppenflechte um 40 Prozent, berichtet Andreas Jesper, Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Bei starkem Übergewicht vergrößere sich die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung sogar um 170 Prozent. Auch so genannte Melanome kämen bei stark übergewichtigen Menschen häufiger vor als beim Durchschnitt der Bevölkerung.

Ein wichtiger Grund dafür sei, dass das menschliche Fettgewebe viel mehr als ein bloßes „Energiedepot“ des Körpers ist, erklärt der Dermatologe aus Lüdenscheid. „Es scheidet auch entzündungsfördernde Botenstoffe und Hormone aus, die der Haut und anderen Organen massiv schaden können.“ Schlimmstenfalls sorge es so für einen „chronischen Entzündungsprozess auf niedrigem Niveau“, bestätigt auch der Hamburger Pathologe Wolfgang Krause. Das beeinträchtige nicht nur die Wundheilung. Die Ausscheidungen des weißen Fettgewebes könnten sogar zur Entstehung von Insulinresistenz und damit zu Diabetes mellitus beitragen.

Gewichtsabnahme kann Hautbeschwerden lindern

Was die Behandlung von Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Wundrose angeht, seien rückfettende Cremes, entzündungshemmende Salben und bei Bedarf Antibiotika wichtig und eine große Hilfe, erklärt Dermatologe Jesper. „Langfristig ist es aber am wirksamsten, wenn die Betroffenen abnehmen und sich viel und regelmäßig bewegen. Das reduziert die entzündungsfördernden Botenstoffe des Fettgewebes und verbessert die Durchblutung der Haut.“

Drei von vier Fettleibigen leiden nach Angaben des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen an einer Verhärtung der Hautschicht – vor allem unter den Achseln, an Händen und Füßen, wo sich die Haut dann dunkel färbt. „Vermutlich liegt das daran, dass die Botenstoffe des Fettgewebes auch das Zellwachstum von Oberhaut und Bindegewebe anregen.“

Hautfalten gut abtrocknen

Dort, wo Hautfalten aufeinanderliegen und aneinander reiben – zum Beispiel an Bauch, Oberschenkeln oder unter der weiblichen Brust – finden zudem Bakterien und Pilze ein ideales, feuchtwarmes Umfeld zum Wachsen. Um Entzündungen und Juckreiz zu vermeiden, sollte man diese Stellen nach dem Waschen gut abtrocknen oder sogar trocken föhnen, rät Hautexperte Jesper. Bei Bedarf können Betroffene ein Leinen- oder Baumwollläppchen in die jeweilige Falte klemmen. Das saugt Schweiß auf und schützt vor Reibung.

Zu viel Gewicht macht auch den Füßen zu schaffen: Bei Menschen, die ihr Normalgewicht stark überschreiten, kann allein der zusätzliche Druck auf den Fußsohlen zu einer stärkeren Verhornung der Sohle, manchmal sogar zu schmerzhaften Knötchen in der Fettschicht der Ferse führen. Hier können gut gefederte Schuhe mit Fersenpolster vorbeugen und Erleichterung verschaffe.(dapd)