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Studie entfacht Debatte um elektromagnetische Strahlung neu

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Forscher heizen die Debatte um mögliche Gesundheitsschäden durch elektromagnetische Strahlung an. Experimente zeigen, dass Proteine durch die Mikrowellen-Hitze rascher zerlegt werden. Das soll aber nur an der Hitze liegen – nicht an der Mikrowellen-Strahlung.

Graz. 

Niederenergetische elektromagnetische Strahlung, wie sie von Handys, WLAN oder Mikrowellen ausgeht, verändert die Struktur von Proteinen nicht. Das hat ein Grazer Forscherteam nach eigener Darstellung nachgewiesen. Die Ergebnisse der Studie wurden im „Journal of Proteomics“ online publiziert.

Damit findet der andauernde wissenschaftliche Diskurs über die möglichen gesundheitsschädigenden Auswirkungen dieser Strahlung neue Nahrung. Proteine (Eiweiße) die zahlreich im menschlichen Körper vorkommen, bestehen aus einer langen Kette von Aminosäuren. Unter Hitzeeinfluss zerlegen bestimmte Enzyme diese Molekülketten in kleinere Abschnitte. Da die Mikrowelle Substanzen in kurzer Zeit extrem aufheizen kann, lassen sich mit ihr Proteine rascher teilen als durch Erhitzung etwa auf der Herdplatte.

Schnellere Teilung durch Hitze

Den Forscher um Professor Oliver Kappe zufolge ist für die schnellere Teilung tatsächlich nur die Temperatur verantwortlich und keine anderen nicht-thermischen Effekte der elektromagnetischen Mikrowellenstrahlung. In Experimenten wurden verschiedene Proteine unter kontrollierten thermischen Bedingungen bei 50 Grad Celsius sowohl mit der Mikrowelle als auch mit herkömmlichen Verfahren im Ölbad erhitzt. Das Ergebnis: „Es gibt keine messbaren Unterschiede bei den Auswirkungen auf die Proteinstruktur, da bei gleichlangen Heizintervallen und gleicher Temperatur jeweils die gleichen Peptidsequenzen herausgeschnitten werden“, sagt Markus Damm, Erstautor der Studie. (dapd)