Stress im Mutterleib fördert Risiko für Depressionen

Stress im Babybauch schadet dem Kind offenbar noch stärker als bislang angenommen.
Stress im Babybauch schadet dem Kind offenbar noch stärker als bislang angenommen.
Foto: Felix Heyder/Symbol
Dass mütterlicher Stress während der Schwangerschaft dem Baby im Bauch schadet, ist bekannt. Ein Neurologe aus Jena hat nun herausgefunden, dass Stress auch den Schlaf des Kindes beeinflusst - und womöglich zu Depressionen führt.

Wiesbaden. Stress während der Schwangerschaft kann nach einer Studie ein Risikofaktor für Depressionen beim Kind sein. Eine übermäßige Anspannung der Mutter könne zu einer verfrühten Entwicklung des Traumschlafes beim Ungeborenen führen, sagte der Jenaer Wissenschaftler Matthias Schwab in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa. Diese frühere Reifung werde von häufigeren Wechseln zwischen Traum- und Tiefschlaf begleitet.

"Zudem kann das Baby für das ganze Leben stressempfindlicher werden", sagte Schwab weiter. "Wenn sich im Blut des Babys erhöhte Stresshormone befinden, denkt der Körper - bildlich gesprochen - diese erhöhten Werte seien normal." Erhöhte Stresshormonspiegel und häufige Wechsel der Schlafstadien seien auch ein Zeichen einer depressiven Erkrankung, betonte der Forscher. Dies erkläre, "warum Stress während der Schwangerschaft ein Risikofaktor für die Entwicklung einer Depression im späteren Leben sein kann".

Seine Erkenntnisse aus Tierversuchen will der Experte auf der 21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) vorstellen. Sie geht an diesem Samstag in Wiesbaden zu Ende. (dpa)

 
 

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