Stress bei der Arbeit setzt den Deutschen zu

Stress und Leistungsdruck machen deutschen Arbeitsnehmern nach einer DGB-Studie zu schaffen.
Stress und Leistungsdruck machen deutschen Arbeitsnehmern nach einer DGB-Studie zu schaffen.
Foto: Stephan Glagla
Deutsche Arbeitnehmer klagen über zunehmenden Leistungsdruck und Stress. Laut einer Studie des DGB fühlt sich jeder Zweite bei der Arbeit oft gehetzt. Am stärksten ist der Druck im Gastgewerbe. IG-Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban forderte die Politik auf, die Beschäftigten besser vor psychischem Druck zu schützen.

Berlin. Deutsche Arbeitnehmer klagen über zunehmenden Leistungsdruck und Stress. Jeder Zweite fühlt sich bei der Arbeit oft gehetzt, wie aus einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) hervorgeht, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. "Die psychischen Belastungen durch die Arbeit sind so hoch, dass die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten gefährdet sind", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

Hans-Jürgen Urban vom IG-Metall-Vorstand forderte von der Politik, die Beschäftigten besser vor psychischem Druck zu schützen - "in der bewährten Tradition des deutschen Arbeitsschutzes". Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) habe das Thema bereits aufgegriffen, es gebe aber noch Uneinigkeit, wie dem Stress beizukommen sei. Die Ministerin und die Arbeitgeber wollten vor allem die Widerstandskraft der Arbeitnehmer stärken, die Gewerkschaften aber die Belastung reduzieren.

Jeder Zweite geht mehrfach krank zur Arbeit

Den stärksten Druck spüren der Studie zufolge die Beschäftigten im Gastgewerbe. 70 Prozent der Befragten fühlen sich demnach oft oder sehr häufig gehetzt, im Gesundheits- und Sozialwesen sind es 65 Prozent. In der Verwaltung ist der gefühlte Druck am niedrigsten, dort kommen sich aber immer noch 43 Prozent gehetzt vor.

Fast zwei Drittel der Befragten klagen laut der Untersuchung, seit Jahren immer mehr in der gleichen Zeit leisten zu müssen. Ein gutes Viertel der Beschäftigten arbeite auch in der Freizeit, fast die Hälfte sei mehr als einmal krank zur Arbeit gegangen. Die Arbeit verfolgt ein Drittel der Beschäftigten demnach auch lange nach Feierabend noch. Frauen, Ältere und Angestellte mit langen Arbeitszeiten können besonders schlecht abschalten.

Die Studie beruht dem DGB zufolge auf den Angaben von 6.083 abhängig Beschäftigten zum Thema "Arbeitshetze - Arbeitsintensivierung - Entgrenzung". Die Daten wurden demnach im vergangenen Jahr in einer bundesweiten Repräsentativumfrage erhoben. (dapd)