Sport und Bewegung - Rezepte gegen den Winterblues

Ein gemeinsamer Spaziergang im verschneiten Wald kann gegen den Winterblues wahre Wunder wirken.
Ein gemeinsamer Spaziergang im verschneiten Wald kann gegen den Winterblues wahre Wunder wirken.
Regnerisch, dunkel, trüb: Vielen Menschen schlägt der Winter und der damit verbundene Lichtmangel aufs Gemüt. Doch gegen die saisonale Depression gibt es durchaus Hilfsmittel: Bewegung an der frischen Luft bringen nicht nur den Kreislauf in Schwung, sondern erhellen auch die Stimmung.

Leipzig. Kurze Tage, grauer Nieselregen: Die dunkle Jahreszeit drückt vielen Menschen aufs Gemüt. Doch es gibt Rezepte gegen den "Herbst- und Winterblues": Meist helfen schon kleine Spaziergänge und Sport im Freien, die schlechte Stimmung und die Müdigkeit zu vertreiben.

Warum schlägt die kalte Jahreszeit aufs Gemüt?

Der Hauptgrund für den Trübsinn ist der Mangel an Tageslicht. Das hemmt die Produktion des Muntermacher-Hormons Serotonin. Gleichzeitig schüttet der Körper bei Lichtmangel zu viel von dem Schlafhormon Melatonin aus - Müdigkeit ist die Folge.

Was hilft gegen die schlechte Stimmung?

Sport und Bewegung an frischer Luft bringen die Serotonin-Produktion und den Kreislauf in Schwung. Selbst bei grauem, bewölktem Himmel ist das natürliche Tageslicht noch drei- bis viermal so stark wie die Zimmerbeleuchtung. Möglichst eine halbe Stunde sollte nach dem Rat von Experten jeder täglich nach draußen gehen.

Also in der Mittagspause mal auf die Straße oder am Wochenende einen ausgedehnten Spaziergang machen. Bei einem stark empfundenen Winterblues kann auch eine Lichttherapie mit extrem hellen Lampen helfen. Was sollte man bei der Ernährung beachten? Ananas, Bananen, Weintrauben und Fisch fördern die Ausschüttung von Serotonin. Das in Seefisch enthaltene Jod regt die Schilddrüsenfunktion an und bringt den Stoffwechsel der Zellen in Gang. Für die Wirksamkeit von Akupunktur, Vitamin B9 oder Gingko-Präparaten gibt es laut Barmer keinen wissenschaftlichen Belegt.

Handelt es sich beim Winterblues um eine Depression?

In der Regel nicht. Der Winterblues ist eher eine harmlosere Variante der sogenannten saisonal abhängigen Depression (SAD), von der etwa 800.000 Menschen und damit ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland betroffen sind. Von einer SAD sprechen Experten aber erst dann, wenn sich im Herbst und Winter mindestens zwei Jahre hintereinander depressive Symptome einstellt haben. Bei schwerer SAD ist meist noch eine medikamentöse oder psychotherapeutische Behandlung nötig.

Wie erkenne ich, ob ich an einer echten Depression leide?

Die Symptome einer saisonal abhängigen Depression (SAD) wie niedergedrückte Stimmung, Freudlosigkeit, mangelnder Antrieb oder auch körperliche Beschwerden wie Rücken- oder Magenschmerzen gleichen denen anderer depressiver Erkrankungen. Im Unterschied zu anderen Formen geht SAD nach Angaben von Ulrich Hegerl vom Kompetenznetz Depression aber nicht mit Schlafstörungen und Appetitlosigkeit einher. Im Gegenteil, Menschen mit Herbst-Winter-Depression haben eine erhöhte Schlafneigung und oft Heißhunger auf Kohlenhydrate und Süßes. Wann muss ich zum Arzt gehen?

Für Laien ist es oft nur schwer zu erkennen, ob jemand tatsächlich an SAD leidet oder ob es sich nur um eine vorübergehende trübe Stimmung handelt. Grundsätzlich gilt: Wer länger als zwei Wochen mehrere der typischen Symptome zeigt und massiv darunter leidet, sollte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. (afp)