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So schläft Ihr Baby gut und sicher

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Babys sind Vielschläfer. Sie brauchen die Ruhe für ihre körperliche und geistige Entwicklung. Säuglinge sollten auf dem Rücken schlafen, denn die Bauchlage ist ein Risikofaktor für plötzlichen Kindstod. Lesen Sie die weiteren Tipps des Kinderarztes.

Dortmund. 

Babys brauchen viel Schlaf. In den ersten Lebensmonaten schlafen sie zwischen 16 und 19 Stunden am Tag. Ist der Säugling vier bis fünf Monate alt, sind es 13 bis 15 Stunden. Ein einjähriges Kind schläft 12 bis 14 Stunden pro Tag. Mütter und Väter sollten dies wissen und darauf achten, dass das Baby diese Ruhe auch bekommt. Denn ein gesunder Schlaf ist eine wichtige Voraussetzung für eine gute körperliche und geistige Entwicklung des Kindes.

Eltern freuen sich, wenn ihr Baby nach dem Schlafen brabbelnd wieder wach wird. Allein die Vorstellung, das Kind könnte aus dem Schlaf nicht wieder aufwachen, macht vielen Eltern Angst. Sie fürchten das Risiko des plötzlichen Kindstods. Glücklicherweise ist dieses mysteriöse Sterben im ersten Lebensjahr in den vergangenen Jahren viel seltener geworden – seit Kinderärzte Eltern raten, ihre Babys immer auf dem Rücken und nicht auf dem Bauch schlafen zu lassen. Doch noch immer sterben in Deutschland jährlich rund 200 Säuglinge am plötzlichen Kindstod, der die häufigste Todesursache in diesem Alter ist.

Die meisten Säuglinge, die an einem plötzlichen Kindstod sterben, sind zwischen zwei und vier Monate alt. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Bis heute sind die Ursachen für den plötzlichen Kindstod nicht völlig geklärt. Ärzte wissen, dass die Gefahr besonders groß ist, wenn mehrere Risikofaktoren bei einem Baby in einem empfindlichen Entwicklungsstadium und mit leichten Veränderungen im Stoffwechsel zusammenkommen. Zwei typische Risikofaktoren sind: Ein Kind schläft auf dem Bauch. Es ist überwärmt. Auf keinen Fall sollte man zum Beispiel ein Baby mit einem dicken Oberbett zudecken. Weitere Risikofaktoren sind Infektionen des Kindes und auch das Rauchen der Eltern. Ich möchte Eltern sechs Tipps geben, mit denen sie eine sichere Schlafumgebung für ihr Baby schaffen können.

Keine Schmusetücher, keine großen Stofftiere

Wie schon erwähnt: Die Säuglinge sollten in der Rückenlage schlafen. Das Baby sollte dabei ohne Kopfkissen auf einer festen, luftdurchlässigen Matratze schlafen. Damit sich das Kind keine Schmusetücher oder großen Stofftiere über das Gesicht ziehen kann, gehören diese Dinge im ersten Lebensjahr nicht in das Kinderbett. Ein Babyschlafsack ist besser als eine Schlafdecke. Hat es eine Decke, kann das Baby mit dem Kopf unter diese geraten. Außerdem dreht es sich im Schlafsack nicht so oft auf den Bauch. Das Kind sollte im eigenen Bett schlafen, gern nahe bei den Eltern. Ein eigenes Babybett im Schlafzimmer ist ideal. Es bietet genug Luftzirkulation für das Kind und die Eltern können eventuelle Schlafstörungen frühzeitig bemerken.

Als Schutz vor einer Überwärmung des Kindes sollte die Temperatur im Schlafzimmer nicht über 18 Grad liegen. Schlafende Babys mögen es nicht zu warm. Sie benötigen im Schlafzimmer keine Mützchen oder zusätzlich wärmende Decken. Ob es dem Kind zu heiß ist, kann man an der Haut auf dem Rücken zwischen den Schulterblättern fühlen. Ist es dort warm und schwitzt es nicht, ist alles in Ordnung.

Möglichst vier bis sechs Monate stillen

Für ein Baby ist Muttermilch die ideale Ernährung. Gestillte Babys bauen besonders schnell einen Immunschutz auf. Vielleicht sind sie deshalb etwas besser vor dem plötzlichen Kindstod geschützt. Die Kinder sollten im ersten Lebensjahr möglichst vier bis sechs Monate gestillt werden. Ab dem fünften bis siebten Monat sollte die erste Beikost gegeben werden, möglichst ein fleischhaltiger Brei für eine gute Eisenversorgung. In der direkten Umgebung des Babys sollte natürlich nicht geraucht werden. Denn passiv eingeatmeter Tabakqualm reizt die Atemwege und bei Neugeborenen kann das Nikotin direkt die Atemsteuerung stören.

Schon schwangere Frauen sollten zum Wohl des Kindes das Rauchen einstellen! Eltern sollten außerdem wissen, dass auch die Regelimpfungen das Risiko für den plötzlichen Kindstod verringern.