So gut sind die pflanzlichen Alternativen zur Kuhmilch

Die Milch macht’s? Etliche Menschen geben der Sojamilch den Vorzug vor der Kuhmilch.
Die Milch macht’s? Etliche Menschen geben der Sojamilch den Vorzug vor der Kuhmilch.
Foto: Getty
Es muss nicht immer Kuhmilch sein - es gibt pflanzliche Alternativen. Jeder gewöhnliche Supermarkt hält Drinks bereit, auf die Menschen zurückgreifen können, die Kuhmilch nicht vertragen oder nicht mögen. Was steckt in Kokos-, Mandel- oder Sojamilch? Eine Checkliste.

Essen. Milch? Nein, danke! Etliche Menschen lehnen Kuhmilch ab. Sei es aus ethischen Gründen, weil sie sie nicht vertragen oder einfach nicht mögen. Auf dem Trockenen müssen diese Menschen deshalb aber noch lange nicht sitzen. Einige Alternativen finden sich auf dem Markt, man muss gar nicht lange suchen. Denn was früher allenfalls in gut sortierten Reformhäusern zu finden war, gibt es inzwischen in jedem Supermarkt oder Drogeriemarkt. Wir haben Experten des Vegetarierbundes (Vebu), des „Vegan Street Day“ und der Barmer GEK befragt, um einen Überblick über die pflanzlichen Verwandten der Kuhmilch zu geben.

„Milch“ dürfen sich diese Produkte aus Soja oder Getreide eigentlich gar nicht nennen. Dieser Name ist für die Melkerzeugnisse von Wiederkäuern reserviert. Der Einfachheit halber werden sie aber trotzdem meistens so bezeichnet. Und noch etwas: Zum Kochen und Backen können sie laut Vebu genau wie Tiermilch verwendet werden.

Sojamilch – Die Bewährte

Sie sieht aus wie Kuhmilch, kann ähnlich vielseitig eingesetzt werden und ist die bekannteste und günstigste Alternative (ab ca. 89 Cent/Liter). Joghurt, Sahne, oder Eis – das alles und vieles mehr kann aus dem Extrakt der Sojabohnen hergestellt werden.

Problem Laktose-IntoleranzFür Sojamilch wie für alle anderen pflanzlichen Alternativen gilt: „Man muss sich durchprobieren, um den gewünschten Geschmack zu finden“, sagt Sandra Franz, Sprecherin des „Vegan Street Day“ in Dortmund. Jedes Produkt schmecke anders, keines exakt so wie Kuhmilch.

Nachteil: Wenn Sojamilch kalt in den Kaffee gegeben wird, flockt sie leicht aus. Wird sie vorher erhitzt, passiert das nicht.

Getreidemilch – Die Kraftvolle

Auch Reis, Hafer, Dinkel oder Roggen werden zu Milchersatz verarbeitet. Nach Auskunft des Vegetarierbundes ist der Nährwert abhängig von der verwendeten Getreideart, kann aber mit dem von Kuhmilch verglichen werden, wenn es um die Mineralstoffe geht. Nach Auskunft von Stiftung Warentest werden Kalzium und Vitamine oft zugesetzt. Getreidemilch enthält wenig gesättigte Fettsäuren. Wer ein möglichst geschmacksneutrales Produkt sucht, ist laut Ernährungsexpertin Franz mit Reismilch gut bedient.

Nachteil: Pollenallergiker könnten auf Getreidemilch reagieren. Wer unter Glutenunverträglichkeit leidet, sollte Getränke aus Dinkel, Hafer und Roggen meiden.

Mandelmilch – Die Süße

Hergestellt wird sie aus gequollenen, blanchierten, geschälten und zerkleinerten Mandeln, die mit Wasser übergossen werden, oder aus Mandelmus (gibt es im Reformhaus), in Wasser aufgelöst. Beide Varianten kann man selbst zu Hause ausprobieren. Der Geschmack erinnert an Marzipan, ist also recht süß. „Wer mit Mandel- oder auch Haselnussmilch Pudding kochen oder backen möchte, sollte weniger Zucker verwenden“, empfiehlt Sandra Franz.

Nachteil: Mandelmilch ist recht teuer. Der Liter kann bis zu vier Euro kosten.

Kokosmilch – Die Exotische

Wir kennen Sie aus vielen Gerichten beim Thailänder unseres Vertrauens. Bei der Kokosmilch handelt es sich nicht etwa um die Flüssigkeit im Hohlraum der Kokosnuss (das ist das Kokoswasser), sie besteht aus dem Fruchtfleisch der Nuss, das püriert und mit Wasser gemischt wird. In der Küche wird Kokosmilch vor allem für Reisgerichte und Süßspeisen oder auch für Cocktails verwendet, denen sie den typisch exotischen Geschmack verleiht.

Nachteil: Der hohe Fettgehalt von bis zu 20 Prozent.

Kuhmilch – Das steckt drin

Der Kuhmilch werden allerlei gesunde Eigenschaften nachgesagt. Vor allem geht es dabei um ihre Eigenschaft als Kalziumlieferant. 0,1 Liter Milch enthalten 125 mg Kalzium. „Was wichtig ist für unsere Knochen und Zähne“, sagt Dr. Norbert Stöckl, Ernährungsexperte der Barmer GEK. Generell könne der Kalziumgehalt von Pflanzen nicht mit dem der Kuhmilch mithalten. „Wer täglich ein Glas Milch trinkt und vernünftig isst, erreicht eine Bilanz, die dem Sollwert entspricht.“

Zudem kommen weitere Mineralstoffe und Vitamine in der Kuhmilch vor, „der Milchzucker trägt dazu bei, dass diese vom Körper besser aufgenommen werden“, sagt Stöckl.

Doch der Körper kommt auch ohne Kuhmilch auf seine Kosten – diese These vertritt der Vegetarierbund. Ernährungswissenschaftler Dr. Markus Keller vom Wissenschaftlichen Beirat der Organisation sagt: „Eine ausreichende Versorgung kann durch regelmäßigen Konsum von kalziumreichen pflanzlichen Lebensmitteln wie Sesam, Nüssen, Mandeln, Grünkohl und Amaranth sowie durch kalziumreiches Mineralwasser und angereicherte Pflanzenmilchgetränke sichergestellt werden.“

Aktionen und Infos für Vegetarier und Veganer

In Dortmund findet am 9. August 2014 der Vegan Street Day statt, das größte vegane Straßenfest Deutschlands. An einhundert Ständen dreht sich alles um die Lebensweise ohne Tierprodukte, 11 bis 19 Uhr, Friedensplatz (www.vegan-street-day.de).

Der Vegetarierbund macht auf die „Veggie World“ aufmerksam, eine Messe für Vegetarier und Veganer, 25./26. Oktober 2014 in Düsseldorf (www.vebu.de, www.veggieworld.de). Die Aussteller präsentieren ein umfangreiches Produkt- und Dienstleistungsangebot mit vegetarisch-veganen Neuheiten, Gratishäppchen, tierversuchsfreier Kosmetik und nachhaltiger Mode. Darüber hinaus bietet die Veggie World ein Programm mit Vorträgen, Workshops, Kochshows, u.v.m. rund um den vegetarisch-veganen Lifestyle.

 
 

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