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Sina Heilmann für Bericht über Knochenmarkspende ausgezeichnet

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Auszeichnung für DerWesten-Redakteurin Sina Heilmann: Mit einem Text über ihre Knochenmarksspende hat sie den Journalistenpreis 2011 des Vereins „Andere Zeiten“ in der Kategorie „Kurzbeiträge“ gewonnen.

Essen. 

„Sina Heilmanns Entscheidung zur Knochenmarksspende hat ihr unter den Kollegen viel Respekt eingebracht“, sagte DerWesten-Chefredakteur Thomas Kloß. „Um so mehr freuen wir uns, dass ihre einfühlsame, unaufgeregte journalistische Berichterstattung zum Thema nun ausgezeichnet wird.“

Jurymitglied Eduard Kopp würdigte den preisgekrönten Text: „Sina Heilmanns Thema, ihre plötzlich erbetene Knochenmarkspende für ein israelisches Kind, ist beste Adventstheologie im übertragenen Sinn: Eine Botschaft stellt alles auf den Kopf, und es geht darum, das Leben von Menschen zu retten.“

DerWesten dokumentiert hier den prämierten Text.

Adventszeit. Weihnachten. Jahresende. Dinge, die das ganze Jahr hätten erledigt werden sollen, wollen auf den letzten Drücker geschafft werden. Dann müssen noch Geschenke organisiert werden. Und eigentlich sollte man die Adventszeit auch genießen – gehört sich ja so. Einladungen, Termine, To-Do-Listen im Kopf. Hopp. Hopp. Hopp.


Doch dann kommt er, dieser Brief. Er liegt einfach im Briefkasten, unerwartet und doch so bedeutsam. Ein Brief, nach dessen Öffnen schlagartig alles anders ist; der das eigene Leben, aber noch mehr das eines Unbekannten verändern – ja, hoffentlich retten – wird. Es ist ein Brief der Deutschen Knochenmarkspenderdatei.


Die DKMS ist eine gemeinnützige Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Stammzellspender für Leukämiepatienten zu finden. „Das Ergebnis der Untersuchung liegt vor und es besagt, dass Ihre Gewebemerkmale mit denen des Patienten übereinstimmen und Sie der geeignete Spender wären“, lautet der entscheidende Satz.

Und plötzlich bleibt die Zeit stehen. Es ist still. Sogar das Herz scheint kurz aufzuhören zu schlagen, bevor es mit doppeltem Tempo in der Brust hämmert. Es ist passiert! Mit einer Stammzellspende kann ich vielleicht ein Leben retten. Ich. Einfach so. Noch dieses Jahr. Die Hände werden nass, sie zittern. Die Knie werden weich. Angst, Anspannung, Nervosität, Freude. Terminpanik? Nein.


Plötzlich ist alles unwichtig. Einladungen werden abgesagt, Termine verlegt, Projekte verschoben, Advent kommt auch wieder – und Geschenke? Ich hoffe, ich kann etwas schenken, das sich jemand so sehr wünscht wie nichts anderes auf der Welt; etwas, worüber er sich hoffentlich besonders freuen kann. Sein Leben lang.

Wie es weiterging mit der Stammzellspende berichtete Sina Heilmann an Weihnachten auf DerWesten.de.