Schlafstörungen werden oft durch Stress ausgelöst

Essen. Wer sich nachts hin und her wälzt, wem Gedanken durch den Kopf schwirren und der Tag nicht los lässt, leidet mit hoher Wahrscheinlichkeit an einer Schlafstörung. Während früher ältere Menschen betroffen waren, trifft es heute mehr junge.

Das moderne Leben ist hektisch und stressig, Entspannung eine Ausnahme. „Und genau das ist mit großer Sicherheit auch die Ursache für das vermehrte Auftreten von Schlafstörungen“, sagt Prof. Jürgen Zulley vom Schlafmedizinischen Zentrum Regensburg.

Einer Umfrage der Universität Gießen zufolge fühlt sich etwa die Hälfte der Deutschen am Morgen unausgeschlafen und schlapp. „Und das weist auf einen schlechten Schlaf, eventuell sogar auch eine Schlafstörung, hin“, sagt Zulley. „Natürlich leidet nicht jeder, der ab und zu schlecht schläft an einer echten Störung, aber wer länger als vier Wochen Schlafprobleme hat, sollte zum Arzt gehen.“

Auch Erkrankungen können Schlafprobleme auslösen

Eine Schlafstörung kann auch auf andere Krankheiten hinweisen beispielsweise auf eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, Diabetes oder auf eine psychische Erkrankung. Gibt es keine organischen oder psychischen Ursachen, kann Schlaflosigkeit durch ungesunde Lebensgewohnheit ausgelöst werden. Vermeiden sollte man deshalb:

• schwere Kost am Abend

• lange Mittagsnickerchen

• Alkohol, Zigaretten und schwarzen Tee

• Stress und zu starke abendliche Belastung

• unregelmäßige Schlafzeiten

„Wichtig ist, auf den eigenen Körper zu hören“, sagt Zulley. „Wer merkt, dass die Abendlektüre oder der Thriller im Fernsehen zu sehr aufregen und das Einschlafen beeinflussen, sollte man das vermeiden.“ Auch Einschlafrituale können helfen, den Körper auf den Schlaf vorzubereiten.

Arten von Schlafstörungen

Schlafstörung ist nicht gleich Schlafstörung, denn es gibt viele verschiedene Arten: „88 an der Zahl“, so der Schlafexperte. „Am häufigsten sind jedoch Einschlaf- oder Durchschlafstörungen.“ Aber auch Schlafwandeln und Schnarchen gehören dazu. Wichtig für die Therapie sei, herauszufinden welche Schlafstörung vorliegt und welche Ursachen eine Rolle spielen. „Nur so kann eine Behandlung erfolgreich sein“, sagt Zulley.

Morgenmuffel müssen nicht unter Schlafproblemen leiden

„Wer nicht gern aufsteht, hat keine Schlafprobleme“, sagt Zulley. Grundsätzlich gibt es zwei Schlaftypen, die Wissenschaftler nach dem Vorbild aus dem Vogelreich benannt haben: Die Lerche, die morgens früh aufsteht und die Eule, der typische Nachtmensch. „Ob nun Frühaufsteher oder Morgenmuffel: Gesunder Schlaf hängt nicht vom Typen ab“, so Zulley. Und auch der Zustand beim wach Werden sagt nichts über die Qualität des Schlafens aus: Selbst, wer sich morgens unter die Dusche schleppt, kann einen erholsamen Schlaf haben. „Spätestens eine Stunde nach dem Aufstehen sollte sich aber auch der Nachtmensch fit fühlen“, sagt Zulley.

Ein Patentrezept für die Aufwachhilfe gibt es nicht. Helfen kann aber das richtige Wecken. „Ein schrilles Klingeln lässt den Tag meist weniger gut beginnen“, so der Experte. Besser sei sich durch helles Licht wecken zu lassen. „Unser Körper verändert bei hellem Licht seine Hormausschüttungen, wodurch das Aufwachen erleichtert wird.“ Also besser die Vorhänge aufreißen als sich unter der Bettdecke zu verstecken.

 
 

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