Pflegebedürftige werden oft ans  Bett gefesselt

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Die Zahl der Pflegebedürftigen, die in Heimen, Kliniken oder zu Hause ans Bett gefesselt oder mit Medikamenten ruhig gestellt werden, wächst. 32.000 richterliche Genehmigungen für solche Fixierungen wurden 2009 in NRW erteilt, die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Der NRW-Landtag will das ändern - und die Zahl der Fixierungen auf ein Minimum reduzieren.

Düsseldorf. Pflegebedürftige in Heimen, Kliniken und im häuslichen Bereich werden häufig im Bett fixiert oder durch Medikamente ruhig gestellt. Alle Parteien im NRW-Landtag wollen die Zahl der Fesselungen künftig auf ein Minimum senken.

In NRW wurden 2009 rund 32.000 richterliche Genehmigungen für Fixierungen erteilt. Nach Angaben von NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) ist eine Fixierung ein gravierender Eingriff ins Selbstbestimmungsrecht des Pflegebedürftigen. Bereits das Anbringen eines Gitters am Bett des Patienten sei ohne persönliche oder richterliche Genehmigung untersagt. Steffens lehnte Schuldzuweisungen aber ab. Vielfach fehlten Personal und teure Niedrigbetten, um Stürze aus dem Bett zu vermeiden.

Sorge vor Verletzungen oder Stürzen

FDP-Experte Stefan Romberg fürchtet einen weiteren Anstieg der Zahl der Fixierungen. Bundesweit habe es von 2000 bis 2009 einen Anstieg der richterlichen Maßnahmen von 52.000 auf 96.000 Fälle gegeben. Angehörige würden oft durch Einrichtungen bedrängt, aus Sorge vor Stürzen oder Selbstverletzung einzuwilligen.

Eine hohe Dunkelziffer bei Fesselungen im Bett vermutet der CDU-Experte Hubert Kleff. Ziel sei es, Fixierungen auf ein „unumgängliches Maß“ zu reduzieren. Eine dauerhafte Fixierung löse Ängste aus, sorge für Druckgeschwüre und sei vielfach Ursache für körperliche und seelische Leiden.

 
 

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