Pflanzlich heißt nicht immer natürlich

Der Extrakt der Stevia-Pflanze ist nach Angaben des Verbraucherinformationsdienstes aid in Bonn für die Lebensmittelindustrie nicht auf einem natürlichem Wege zu erhalten. Durch chemische Prozesse werden sogenannte Steviolglykoside, also das Süßungsmittel, aus der Pflanze gelöst. In dem Verfahren werden zunächst getrocknete Steviablätter mit Wasser oder Alkohol versetzt, die herausgelösten Stoffe mit Salzen abgesetzt und mit speziellen Harzen entfärbt.

Es folgt eine Entsalzung und eine Kristallisation aus alkoholischer Lösung. Der letzte Schritt wird so oft wiederholt, bis die Steviolglykoside in ausreichender Reinheit (mindestens 95 Prozent) vorliegen. Am Ende entsteht ein weißes Pulver, das der Verbraucher kaufen kann. Der Stevia-Süßstoff hat einen bitteren Nachgeschmack, vergleichbar mit Lakritz.

Mit weiteren Zutaten wird dieser Geschmack schließlich „neutralisiert“. Um das gewünschte, süße Aroma zu erhalten, reicht der von der EU maximal vorgegebene Stevia-Anteil oft nicht aus. Daher wird zusätzlicher Süßstoff hinzugegeben, so Experten.

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