Menschen haben am meisten Angst vor Krebs und Alzheimer

Nach Krebs ist Alzheimer die Krankheit, vor der sich viele Menschen am meisten fürchten. Foto: imago
Nach Krebs ist Alzheimer die Krankheit, vor der sich viele Menschen am meisten fürchten. Foto: imago
2600 Menschen in den USA, Deutschland, Frankreich, Spanien und Polen wurden befragt, vor welchen Krankheiten sie am meisten Angst hätten. In vier dieser Länder war Alzheimer nach Krebs demnach die am meisten gefürchtete Krankheit.

Berlin. Alzheimer ist nach Krebs die Krankheit, vor der sich viele Menschen am meisten fürchten. Das bestätigt eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage des Dachverbands Alzheimer Europe und der Harvard School of Public Health in fünf Ländern. Befragt wurden mehr als 2600 Menschen in den USA sowie in Deutschland, Frankreich, Spanien und Polen. In vier dieser Länder war Alzheimer nach Krebs demnach die am meisten gefürchtete Krankheit.

Die Angst vor der Gedächtnisstörung nimmt mit dem Alter zu, allerdings sind auch junge Erwachsene besorgt. Rund jeder siebte zwischen 18 und 34 Jahren gab laut Studie Alzheimer als diejenige Krankheit an, vor der er sich am meisten fürchtete. Zugleich wollen viele Menschen im Ernstfall eine möglichst frühzeitige Diagnose. 85 Prozent würden laut Studie bei Anzeichen von Verwirrung und Gedächtnisverlust einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob die Symptome auf die Demenzerkrankung zurückzuführen sind. Wenige Menschen jedoch realisieren demnach den Ernst der Krankheit. Nur rund 40 Prozent der Befragten wissen, dass es sich um eine Krankheit handelt, die letztlich zum Tode führt.

1,2 Millionen Menschen in Deutschland von Demenz betroffen

Viele Menschen glauben zudem, dass es mittlerweile wirksame Behandlungen und Medikamente gibt, um das Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten und die Symptome zu lindern. Ebenso denkt nahezu jeder zweite, dass es verlässliche medizinische Tests gibt, um zu bestimmen, ob ein verwirrter und vergesslicher Patient an Alzheimer im Frühstadium leidet. Die Studie zeige, dass es für Alzheimer ein starkes Bewusstsein gebe, erklärte Heike von Lützau-Hohlbein von Alzheimer Europe, dem Dachverband von 27 nationalen Alzheimer-Verbänden.

Dies sei auch ein Verdienst der viele Informationskampagnen. In Deutschland sind nach Angaben der Alzheimer Gesellschaft etwa 1,2 Millionen Menschen von Demenz betroffen, wobei Alzheimer die bekannteste Demenzerkrankung ist. Da die Anzahl der alten Menschen in den kommenden Jahren weiter wachsen wird, wird bis zum Jahr 2050 mit einem Anstieg der Demenzkranken auf über 2,6 Millionen gerechnet. Die Alzheimer-Krankheit ist bislang nicht heilbar, das Fortschreiten der Symptome lässt sich durch Medikamente jedoch hinauszögern. (afp)

 
 

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