Mediziner fordern mehr Hilfe für sozial Benachteiligte

Der Deutsche Ärztetag hat eine bessere Gesundheitsförderung für soziale benachteiligte Menschen gefordert. Die Lebenserwartung von höheren Einkommensschichten und jenen in relativer Armut unterscheide sich um 10,8 Jahre bei Männern und 8,4 Jahren bei Frauen, hieß es.
Der Deutsche Ärztetag hat eine bessere Gesundheitsförderung für soziale benachteiligte Menschen gefordert. Die Lebenserwartung von höheren Einkommensschichten und jenen in relativer Armut unterscheide sich um 10,8 Jahre bei Männern und 8,4 Jahren bei Frauen, hieß es.
Foto: Getty
Die Lebenserwartung sinkt mit dem Einkommen - so die Aussagen der Mediziner beim Ärztetreffen in Hannover. So bestehe bei ärmeren Bevölkerungsschichten etwa eine erhöhte Gefahr für Herzinfarkte sowie psychischen Krankheiten.

Hannover. Der Deutsche Ärztetag hat eine bessere Gesundheitsförderung für soziale benachteiligte Menschen gefordert. "Es ist eine Schande, dass die Lebenserwartung in unserem reichen Land schichtenabhängig immer noch um zehn Jahre differiert", kritisierte Bundesärztekammer-Präsident Frank Ulrich Montgomery beim Ärztetreffen in Hannover. Nach Angaben von Medizinern auf dem derzeit tagenden Ärztetag sinkt die Lebenserwartung mit dem Einkommen. Auch das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen, Fettleibigkeit im Kindesalter und psychischen Auffälligkeiten sei bei ärmeren Bevölkerungsgruppen größer, erklärte die Bundesärztekammer unter Verweis auf Studienergebnisse.

Die Lebenserwartung von höheren Einkommensschichten und jenen in relativer Armut unterscheide sich um 10,8 Jahre bei Männern und 8,4 Jahren bei Frauen, hieß es. Grund seien vor allem unterschiedliche materielle Lebensbedingungen, eine ungleiche Verteilung von psychosozialen Belastungsfaktoren, Unterschiede im Gesundheitsverhalten und in der gesundheitlichen Versorgung.

Montgomery betonte, Ärzte könnten sozial Benachteiligte beim Erkennen von Belastungsfaktoren und der Erschließung von Hilfsangeboten unterstützen. "Alleine lösen können wir das Problem aber nicht. Wir brauchen frühzeitige Hilfe durch Sozialarbeiter, Kindererzieher und Lehrer. Dies bedingt einen Wandel zum Beispiel in der Jugend- und Bildungspolitik und in der kommunalen Jugendbetreuung", erklärte er. (afp)

 
 

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