Medikamente mit Senfölen schützen vor Erkältung

Senföl-haltige Medikamente helfen den Taschentuchverbrauch durch Erkältungen zu verringen.
Senföl-haltige Medikamente helfen den Taschentuchverbrauch durch Erkältungen zu verringen.
Foto: WAZ
Senföl-haltige Arzneimittel senken die Häufigkeit von Erkältungen. Auch gegen Atemwegserkrankungen und Blasenentzündigungen helfen die pflanzlichen Antibiotika - das stellte ein Hamburger Professor nun in einer Studie fest. Die Wirksamkeit ist des Präparats sei erstaunlich.

Essen. Pflanzliche Antibiotika aus Kapuzinerkresse und Meerrettich bilden einen wirksamen 'Senföl-Schutzschild' gegen Viren und Bakterien. Das hat eine aktuelle Studie bewiesen. Der Hamburger Professor Volker Fintelmann fand heraus, dass Senföl-haltige Arzneimittel die Häufigkeit von Erkältungen im Placebo-Vergleich um fast die Hälfte senken.

'Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass ein pflanzliches Antibiotikum Erkältungen effektiv vorbeugen kann', so Fintelmann. Die Studie zeigt, dass nur 13,3 Prozent der 113 gesunden Versuchsteilnehmer, die in der Winterzeit dreimal täglich zwei Tabletten eines Senföl-haltigen Arzneimittels einnahmen, eine Erkältung bekamen.

Wirksam auch gegen Blasenentzündung

Die 117 gesunden Probanden hingegen, die dreimal täglich zwei wirkstofffreie Pillen einnahmen, erkälteten sich fast doppelt so häufig (25,6 Prozent). Senföle können sogar noch mehr als Erkältungen vorbeugen: Sie helfen bei akuten entzündlichen Erkrankungen der Atemwege sowie bei akuten Blasenentzündungen.

Das pflanzliche Antibiotikum wirkt nicht nur gegen Viren, sondern bekämpft auch Bakterien und Pilze. Die antimikrobielle Wirksamkeit ist bei Patienten mit akuter Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis), akuter Bronchitis und akuter Blasenentzündung in zwei großen Studien im Vergleich zur Therapie mit Standardantibiotika nachgewiesen worden.

Pflanzliche Arzneimittel am besten in hohen Dosen

'Wer pflanzliche Arzneimittel gegen seine Erkältungssymptome einnimmt, sollte immer hochdosierte und klinisch getestete Produkte bevorzugen', empfiehlt Fintelmann. Viele nicht als Arzneimittel zugelassene Produkte seien zu niedrig dosiert und hätten keine wissenschaftlichen Belege der Wirksamkeit, so der Experte. (mp)